Montag, 21. Januar 2019

Trust Bank Rubel-Krise fordert erstes Bankenopfer

Russische Zentralbank: Die Regierung will den Bankensektor in Russland in der Rubel-Krise mit zunächst 15 Milliarden Euro stützen

Der Rubel steuert auf Erholungskurs, der russischen Trust Bank nützt das nicht mehr viel. Sie ist erstes Bankenopfer der Währungskrise in Russland, die Zentralbank muss sie retten.

Moskau - Die russische Zentralbank muss erstmals seit Ausbruch der Rubel-Krise eine Bank vor der Pleite retten. Der Trust Bank würden bis zu 30 Milliarden Rubel (rund 435 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt, teilte die Notenbank am Montag in Moskau mit. Die Agentur für Einlagensicherung werde zudem die Aufsicht über das angeschlagene Institut übernehmen.

Die Trust-Bank gehört nach eigenen Angaben zu den 20 größten Banken des Landes und hat 253 Filialen in 160 Städten. Als Werbefigur für das Finanzinstitut trat Hollywoodstar Bruce Willis auf. In einem Filmspot verkörpert er einen Trust-Mitarbeiter, der eine Frau rettet und nebenher am Telefon die Konditionen der Bank anpreist.

Wegen der westlichen Sanktionen gegen Russland und des Ölpreisverfalls hat der Rubel in diesem Jahr rund 45 Prozent seines Wertes gegenüber dem Dollar verloren. Das setzt den Bankensektor unter Druck. Die Regierung will ihn mit bis zu einer Billion Rubel (knapp 15 Milliarden Euro) stützen.

Zu Beginn der Weihnachtswoche hat unter Druck geratene Rubel wieder Boden gut gemacht und steuerte weiter auf Erholungskurs. Für einen Dollar mussten am Montagmorgen 56,47 Rubel gezahlt werden, nachdem der Dollar-Kurs zu Beginn der vorigen Woche noch ein Rekordhoch bei über 77 Rubel erreicht hatte.

Experten erklärten die Erholung der russischen Währung unter anderem mit einem leichten Anstieg der Ölpreise. Das spielt für die stark vom Rohöl abhängige russische Wirtschaft eine wichtige Rolle.

Zudem hatte China Russland wegen des Rubel-Absturzes Unterstützung angeboten. "Wenn Russland Hilfe braucht, werden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen", kündigte Außenminister Wang Yi bereits am Samstag in einem Fernsehinterview an. Nähere Details nannte er gegenüber dem Hongkonger Sender Phoenix jedoch nicht.

rei/rtr/dpa

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