Sonntag, 21. Januar 2018

EU stockt Mittel auf Microsoft-Mitgründer Allen spendet 100 Millionen Dollar im Kampf gegen Ebola

Paul Allen (Archiv-Bild 2006) hat aus einem privaten Vermögen 100 Millionen Dollar gespendet

Die ersten Ebola-Fälle in Europa schrecken die Politik auf. Die EU will nun ihre Hilfe auf eine Milliarde Euro verdoppeln. Deutschland gibt 100 Millionen Euro - gerade mal so viel wie zwei Computer-Milliardäre aus den USA spenden.

Brüssel - Schon lange fordern internationale Hilfsorganisationen mehr Unterstützung im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika. Die EU verdoppelt jetzt ihre Hilfen für den Kampf gegen die Seuche auf mindestens eine Milliarde Euro. Darauf einigten sich die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedstaaten am Freitag bei einem Spitzentreffen in Brüssel.

Bis zu dem Gipfel hatten die EU und ihre Mitgliedsstaaten etwas mehr als eine halbe Milliarde Euro für die Seuchenbekämpfung zugesagt. Nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es mittlerweile fast 10.000 Ebola-Fälle und knapp 4900 Tote - vor allem in Westafrika.

Unter anderem Großbritannien kündigte jetzt an statt mit ursprünglich zugesagten 156 Millionen Euro nun mit mindestens 256 Millionen Euro helfen zu wollen. Mit dem Geld werde man unter anderem Behandlungsstationen in Sierra Leone finanzieren, erklärte Premier David Cameron, der zuvor auf mehr Unterstützung gedrungen hatte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: "Wir waren uns alle einig, dass dies eine außergewöhnliche Herausforderung nicht nur für Westafrika, sondern für die gesamte Menschheit ist, mit unglaublichen Implikationen für uns alle."

Keine neuen Hilfszusagen von Deutschland

Neue Hilfszusagen aus Deutschland gab es zunächst nicht. Die Bundesregierung betonte, sie haben bereits mehr als 100 Millionen Euro mobilisiert - und damit mehr als die meisten anderen Staaten. Derzeit werden zudem zahlreiche Ärzte und Krankenschwestern für den Einsatz im Krisengebiet ausgebildet.

Zugleich stach US-Milliardär Paul Allen mit einer privaten Spende in Höhe des Beitrags einiger Länder hervor. Der Mitgründer des Software-Riesen Microsoft stockte seine Unterstützung für den Kampf gegen Ebola am späten Donnerstag auf mindestens 100 Millionen Dollar (79 Millionen Euro) auf. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte zuvor bereits eine Spende von 25 Millionen Dollar (rund 20 Millionen Euro) angekündigt.

Frankreichs Präsident François Hollande mahnte beim Gipfel, es dürfe weder Panikmache, noch Untätigkeit geben. "Wir können Ebola heilen, wir müssen Ebola heilen", sagte er. Zugleich kündigte der Staatschef an, die Einreisekontrollen in Frankreich auszuweiten. Es müssten alle Transportwege kontrolliert werden, nicht nur wie bislang Flughäfen.

Microsoft-Mitgründer Allen spendet 100 Millionen Dollar

Bereits am Donnerstagabend hatte der Gipfel beschlossen, den neuen EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides (56), zum europäischen Hilfskoordinator für die besonders betroffenen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone zu benennen.

Jenseits dieser Länder ist jetzt auch in Mali ein Ebola-Fall bekannt geworden. Bei einem zweieinhalbjährigen Mädchen sei der lebensbedrohliche Erreger nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Donnerstagabend mit.

Am Freitag gab die Weltgesundheitsorganisation WHO bekannt, dass sie Seuchenexperten nach Mali entsenden wolle, um das Land bei dem Fall zu unterstützten. Den Behörden in Mali zufolge stehen 43 Menschen unter Beobachtung, die mit dem Kind Kontakt hatten. Bei zehn davon handle es sich um medizinisches Personal.

Auch in den USA ist ein neuer Ebola-Fall aufgetaucht. Ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, der am 14. Oktober aus Guinea über Brüssel zurück nach New York gereist war, ist am Ebolafieber erkrankt.

Der 33 Jahre alte Arzt war am Donnerstag mit den für Ebola typischen Symptomen Fieber, Durchfall und Erbrechen in eine Klinik gebracht worden. Er soll nach seiner Rückkehr aus Westafrika in New York nur mit vier Personen in engeren Kontakt gekommen sein: seiner Verlobten, zwei Freunden und einem Taxifahrer.

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