Sonntag, 23. September 2018

Logistik, Rohstoffe, Konsum Asien-Kenner Mobius sieht "riesige Chance" in Nordkorea

Donald Trump lobte beim Gipfel die "großartigen Strände" von Nordkorea und schlug ...

Donald Trump ist seit mehr als einem Jahr Präsident der USA, und er gehört spätestens seit dem Gipfel in dieser Woche, als er in Singapur den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un traf, wohl zumindest in der Eigenwahrnehmung zu den besonders bedeutenden Persönlichkeiten, die dieses Amt bislang innehatten. In seinem Herzen jedoch, das wurde ebenfalls beim Event in Singapur deutlich, ist der Milliardär aus New York, der sein Vermögen vor allem mit Gebäuden und Golfplätzen gemacht hat, noch immer ein Immobilien-Geschäftsmann.

Auf der Pressekonferenz, die der US-Präsident im Anschluss an sein Treffen mit Kim gab, kam er auch auf die wirtschaftlichen Perspektiven zu sprechen, die sich seiner Ansicht nach für Nordkorea auftun, sollte das Land seine Isolation verlassen und sich dem Rest der Welt öffnen. Dabei offenbarte Trump, dass er die Welt augenscheinlich nach wie vor auch durch eine Immobilienbrille betrachtet: "Sie haben großartige Strände", sagte Trump zu den Medienvertretern. "Man sieht es jedes Mal, wenn sie ihre Raketen in den Ozean schießen. Dann sage ich: 'Mensch, schau dir das an! Könnte man da nicht eine herrliche Wohnanlage bauen?'"

Nordkorea könnte die besten Hotels der Welt haben, meint Trump. "Sehen sie es aus der Immobilienperspektive", sagte er. "Da gibt es China und es gibt Südkorea - und ihnen gehört das Land genau dazwischen. Ich meine: Wie schlecht ist das? Es ist großartig!"

... seinem Verhandlungspartner Kim Jong-un vor: "Könnte man da nicht eine herrliche Wohnanlage bauen?"

Es lässt sich zweifellos darüber diskutieren, welche tatsächliche politische Bedeutung der Trump-Kim-Gipfel in Singapur eigentlich hatte. Ebenso scheint fraglich, ob diese Veranstaltung über den Tag hinaus, an dem sie stattgefunden hat, überhaupt irgendeine Wirkung oder Konsequenz haben wird.


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In einem Punkt jedoch hat Trump vermutlich recht: Sollten die Ankündigungen von einer Denuklearisierung des weitgehend abgeschotteten Landes, von einem Ende der US-Sanktionen sowie von einer Öffnung gegenüber den Weltmärkten irgendwann einmal Wirklichkeit werden, dann ergäben sich womöglich ziemlich gute Wachstumsperspektiven für Nordkorea.

Das sieht auch Mark Mobius so, Veteran der Investmentbranche, der viele Jahre für die Fondsgesellschaft Franklin Templeton deren Investments vor allem in den asiatischen Schwellenländern verantwortete. Mobius verweist auf die 25 Millionen Einwohner Nordkoreas, sowie die Möglichkeit, diese künftig zu den 50 Millionen Südkoreanern hinzuaddieren zu können. "Das bedeutet, dass der Markt plötzlich viel größer ist", so der Investmentexperte, der vor Kurzem sein eigenes Unternehmen gründete, in einem Interview mit dem US-Sender CNBC.

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