Mittwoch, 19. Dezember 2018

Vor Klimakonferenz EU will Emissionshandel in Schwung bringen

Braunkohle-Kraftwerk in Brandenburg: Deutschlands CO2-Ausstoß ist 2012 trotz mehr Ökostrom gestiegen

2. Teil: EU zur Reform des CO2-Handels bereit

Der amtierende Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will trotz der Verhandlungen über eine große Koalition am Ende in Polen dabei sein. Immer wieder wird die Klimabilanz solcher Konferenzen - gemessen am verbrauchten Kerosin und der Energie zur Versorgung eines zweiwöchigen Gipfels mit tausenden Teilnehmern - im Vergleich zu den überschaubaren Ergebnissen kritisiert. Aber was wäre die Alternative, um solch ein globales Problem anzugehen und zu bekämpfen?

Für Warschau erwartet die Bundesregierung, dass möglichst viele Länder klare Minderungszusagen vorlegen, die in das Paris-Protokoll hineingeschrieben werden sollen. Aber die Realität ist trübe: Selbst in Deutschland hat sich trotz eines Ökostromanteils von inzwischen 25 Prozent der CO2-Ausstoß 2012 wieder erhöht, auch weil es bei viel Wind und Sonne billiger ist, alte Kohlemeiler durchlaufen statt sie abkühlen zu lassen.

Gerade die schmutzige Braunkohleverstromung ist billig, da der Preis für CO2-Verschmutzungsrechte massiv gefallen ist. Daher sollen 900 Millionen Zertifikate im EU-Emissionshandel vom Markt zurückgehalten werden, um den Preis je ausgestoßener Tonne CO2 wieder zu steigern. Inzwischen sind die EU-Staaten bereit, den CO2-Handel zu reformieren - auch Merkel unterstützt den Plan inzwischen.

Energiewende soll zentrales Projekt von Union und SPD werden

Aber: Auf EU-Ebene stemmt sich Deutschland bisher gegen schärfere CO2-Werte für Autos. Das stellt das Selbstverständnis als Vorreiter infrage. In der vergangenen großen Koalition setzten Merkel und der damalige Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) den Klimaschutz ganz oben auf die Agenda. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard machte in den vergangenen Jahren besonders die FDP als Bremser aus - und setzt nun wieder auf Deutschland.

Union und SPD wollen bei einer großen Koalition eine bessere Gestaltung der Energiewende zum zentralen Projekt machen - das Projekt hin zu einer Versorgung überwiegend mit Sonne, Wind und Biomasse soll weltweit zum Exportschlager werden.

mahi/dpa/rtr

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