Montag, 19. November 2018

Ex-Siemens-Chef gibt Verantwortung für Neom ab Klaus Kleinfeld berät saudischen Kronprinzen

Kronprinz Mohammed bin Salman besiegelt hier mit Klaus Kleinfeld die Zusammenarbeit bei Neom

Der deutsche Manager Klaus Kleinfeld soll künftig den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman bei der Modernisierung des Landes beraten. Der ehemalige Chef von Siemens und des US-Aluminiumkonzerns Alcoa werde "größere Zuständigkeiten übernehmen, um die wirtschaftliche, technologische und finanzielle Entwicklung Saudi-Arabiens zu fördern", erklärte das Herrscherhaus am Dienstag.

Kleinfeld soll seine neue Tätigkeit am 1. August aufnehmen. Den Posten als Leiter des gigantischen Infrastrukturprojekts Neom am Roten Meer gibt er nach nur zehn Monaten auf und wechselt in den Verwaltungsrat der Projektgesellschaft. Der Bremer lebt mit seiner Familie weiterhin in der Nähe New Yorks, ist aber mindestens einmal im Monat für zwei Wochen am Stück in Saudi-Arabien.

Deutsche Firmen berichten von Auftragsvergabe-Stopp in Saudi-Arabien

Die Beratertätigkeit des ehemaligen Siemens-Chefs ist besonders im Hinblick darauf pikant, da der Thronfolger erst jüngst aus Verärgerung über die deutsche Iran- und Nahostpolitik nach SPIEGEL-Informationen einen Auftragsstopp für deutsche Firmen verhängt haben soll.

Demnach soll es einen internen Vergabestopp bei Reigierungsaufträgen für deutsche Unternehmen geben. Schon zuvor hatten deutsche Unternehmen berichtet, bei Auftragsvergaben in Saudi-Arabien leer auszugehen.

Von dem Vergabestopp seien auch Konzerne wie Siemens Börsen-Chart zeigen , Bayer Börsen-Chart zeigen und Boehringer betroffen, die seit Jahren intensiv mit dem Gesundheitsministerium in Riad zusammenarbeiteten, heißt es in dem Bericht. Auch der Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen , der Hunderte Mercedes-Busse für den neuen Nahverkehr in Riad und Dschidda liefern solle, gehöre zu den Leidtragenden.

Derweil will Prinz Mohammed den Golfstaat weiter umbauen und vor allem weniger abhängig vom Öl-Export machen. Dazu verkauft Saudi-Arabien milliardenschwere Staatsbeteiligungen und steckt das Geld in neue Branchen wie Tourismus und Technologie. Das Aushängeschild dafür sollte Neom werden, das künftig von Nadhmi al-Nasr geleitet wird.

Das Megaprojekt wurde im vergangenen Oktober vorgestellt. Die Stadt der Zukunft soll voll automatisiert sein und ab 2025 Bereiche wie Biotechnologie, Energie und Wasser fördern. Erst im März diesen Jahres hatte Kronprinz Mohammed bin Salman mit Ägypten vereinbart, das Projekt auf die Sinai-Halbinsel auszuweiten. Der neue Leiter des Projekts, Nadhmi al-Nasr, war bisher für die Strategie der neuen Industrie- und Geschäftszone zuständig und hatte zuvor mehr als 30 Jahre für den staatlichen Öl-Riesen Saudi Aramco gearbeitet.

Saudi-Arabien veranschlagt die nötigen Investitionen für die Industriezone, die auf einer Fläche von 26.500 Quadratkilometern zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Akaba entstehen soll, auf 500 Milliarden Dollar. Dort sollen Branchen von der Energie- und Wasserwirtschaft über die Biotechnologie bis hin zur Unterhaltungsbranche angesiedelt werden. Um internationale Investoren anzulocken, soll die Zone eine Teil-Autonomie erhalten.

akn/ rtr

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH