Freitag, 24. November 2017

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Anteil der Chefinnen im Osten höher Frauen haben in Ostdeutschland bessere Karrierechancen

Kanzlerin Merkel: Chefin in Ost und West

Frauen sind in den Chefetagen deutscher Betriebe nach wie vor unterrepräsentiert. Im Jahr 2016 waren 26 Prozent der Führungskräfte auf der höchsten Leitungsebene in der Privatwirtschaft weiblich, wie aus einer am Dienstag vorgelegten repräsentativen Befragung durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.

Der Anteil der Frauen auf der zweiten Führungsebene stieg zwar seit 2004 um sieben Prozentpunkte auf 40 Prozent. In diesem Zeitraum tat sich in den obersten Chefetagen jedoch wenig - der Anteil der Frauen nahm dort um zwei Punkte zu.

In Ostdeutschland ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft höher als in Westdeutschland. Auf der ersten und zweiten Ebene lag er im Osten bei 30 beziehungsweise 47 Prozent, im Westen bei 25 beziehungsweise 39 Prozent. Zum Vergleich: Der Beschäftigtenanteil von Frauen beträgt in Ostdeutschland 48 Prozent, in Westdeutschland 43 Prozent - und insgesamt 44 Prozent.

Kleine Betriebe werden nach IAB-Angaben häufiger von Frauen geführt als große: In Großbetrieben mit mindestens 500 Beschäftigten lag deren Anteil in der ersten Führungsebene bei 13 Prozent, in Firmen mit zehn bis 49 Beschäftigten waren es 24 Prozent und in Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern 28 Prozent.

Chefinnen sind am häufigsten in Dienleistungsbranchen zu finden, etwa im Gesundheitssektor, Erziehung und Bildung. Gemessen am Beschäftigtenanteil seien weibliche Vorgesetzte im öffentlichen Sektor noch stärker unterrepräsentiert als in der Privatwirtschaft. Für die Studie befragten die Nürnberger Forscher rund 16.000 Betriebe in Deutschland.

la/dpa-afx

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