Samstag, 16. Dezember 2017

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Sorge um Stabilität im Nahen Osten Trump erkennt Jerusalem als Hauptstadt Israels an

Jerusalem: Trump sieht die Stadt als Hauptstadt Israels - für Israels Premier Netanjahu ein Triumph, für den Frieden in der Region ein Rückschlag

2. Teil: Sigmar Gabriel spricht von einer "sehr gefährlichen Entwicklung"

Neben der Türkei haben mit Deutschland und Frankreich weitere Nato-Verbündete Trump eindringlich davor gewarnt, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel befürchtet eine "sehr gefährliche Entwicklung", sollten die USA Jerusalem als Hauptstadt anerkennen. "Eine ganze Reihe von Mitgliedstaaten haben ihrer Sorge Ausdruck verliehen, und das gilt auch für uns, dass die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels nicht einen Konflikt beruhigt, sondern eher ihn noch einmal anheizt", sagte er nach einem EU-Treffen mit US-Außenminister Rex Tillerson in Brüssel.

Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, Jürgen Hardt, warnt die USA vor negativen Folgen für ihre Sicherheit. Durch eine Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt oder gar der Verlegung der US-Botschaft würde Washington radikale Kräfte in der islamischen Welt weiter gegen sich aufbringen, was unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheit in den USA hätte, sagte der CDU-Politiker der "Passauer Neuen Presse". Die USA würden sich zudem als Vermittler für Friedensgespräche im Nahen Osten selbst aus dem Spiel nehmen. Hardt versicherte, die deutsche Botschaft bleibe in Tel Aviv.

Auswärtiges Amt warnt deutsche Touristen

Unterdessen wies das US-Konsulat in Jerusalem seine Mitarbeiter an, die von Palästinensern kontrollierten Gebiete des Westjordanlandes und Teile Jerusalems zu meiden. "Am 6. Dezember soll es Demonstrationen in Jerusalem und im Westjordanland geben", teilte das Konsulat in einem Sicherheitshinweis mit.

Auch das Auswärtige Amt in Berlin aktualisierte seine Reisehinweise für Israel und die Palästinensergebiete. Ab Mittwoch könne es "zu Demonstrationen in Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen kommen", heißt es in der Erklärung vom Dienstagabend. "Gewalttätige Auseinandersetzungen können nicht ausgeschlossen werden."

rei/aar/Reuters/AP/dpa/nis

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