Montag, 5. Dezember 2016

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Iran-Sanktionen aufgehoben Airbus winkt Milliarden-Auftrag aus Teheran

Airbus A380: Dem Flugzeugbauer winkt ein milliardenschwerer Auftrag aus dem Iran

Rund sechs Monate nach dem Atomabkommen mit dem Iran hebt der Westen seine langjährigen Sanktionen gegen den Iran auf. US-Außenminister John Kerry und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärten am Samstag, entsprechende Maßnahmen seien in die Wege geleitet. Unmittelbar zuvor hatte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien dem Iran bescheinigt, alle Verpflichtungen des Abkommens vom vergangenen Juli erfüllt zu haben. Dies war Voraussetzung für ein Ende der Strafmaßnahmen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von "einem historischen Erfolg der Diplomatie".

Mit dem Ende der Sanktionen werden milliardenschwere Auslandsvermögen des Iran wieder freigegeben. Unternehmen weltweit sehen in den Land nun gute Chancen für Geschäfte, die ihnen wegen der Sanktionen seit langem verbaut waren. Allein für deutsche Firmen hält der DIHK mittelfristig fünf Milliarden und langfristig zehn Milliarden Euro Exportvolumen für realistisch. Nachholbedarf gebe es im Iran im Maschinen- und Fahrzeugbau, im Wassermanagement, der Abfallwirtschaft, im Gesundheitswesen, bei Baustoffen und erneuerbaren Energien.

Einen ersten Mega-Deal kündigte der Iran noch am Samstag an: Vom europäischen Hersteller Airbus sollen der Agentur Tasnim zufolge 114 Passagierflieger gekauft werden. Sie könnten laut Preisliste mehr als zehn Milliarden Euro kosten.

Mit dem Ende der Sanktionen dürfte auch mehr iranisches Öl gefördert und auf den Weltmarkt kommen. Allein die Aussicht darauf setzt den Rohstoffpreisen seit längerem zu. So war am Freitag der Preis für Öl der US-Sorte WTI auf unter 30 Dollar je Barrel (159 Liter) gefallen - den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Mitte 2014 mussten noch mehr als 100 Dollar gezahlt werden. Ein Grund für den Preisverfall ist die weltweite Überproduktion. Der Iran bekräftigte am Samstag gleichwohl, seine Produktion nun zunächst um 500.000 Barrel pro Tag anzuheben und in naher Zukunft um weitere 500.000.

Der Atomstreit hatte lange Sorgen vor einer militärischen Eskalation zwischen dem Iran und dem Westen geschürt. Die Islamische Republik wurde verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran - zeitweise angeführt von dem Hardliner Mahmud Ahmadinedschad, zuletzt aber unter dem moderaten Ruhani - wies dies stets zurück.

Die Einigung gilt als einer der größten außenpolitischen Erfolge von US-Präsident Barack Obama, auch vor dem Hintergrund, dass das Verhältnis beider Staaten seit der Islamischen Revolution im Iran 1979 von erbitterter Feindschaft geprägt war.

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ts/Reuters

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