Sonntag, 24. Juli 2016

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England macht alle Kohlekraftwerke dicht Energiewende, very british

Kohlekraftwerk bei Liverpool: Aussterbende Spezies

Welches Land in Europa hat die größten Energieprobleme? Die Antwort lautet gemeinhin Deutschland - dem Mix aus hastigem Atomausstieg, ehemals hohen Solarsubventionen und milliardenschweren Stillhalteprämien für Braunkohlekraftwerke sei Dank.

Inzwischen schickt sich allerdings Großbritannien an, Deutschland als Energie-Sorgenkind Nummer eins rasant zu überholen. So ist zuletzt in weiten Teilen des Landes fast der Strom ausgefallen - ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Kraftwerkspark des Landes hoffnungslos veraltet ist und schrumpft.

Grafik: Strommix in Großbritannien 2014 - zum Vergrößern bitte klicken
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Grafik: Strommix in Großbritannien 2014 - zum Vergrößern bitte klicken
Die konservative Energieminsterin Amber Rudd legt nun heute ihren Plan vor, mit dem sie das Energie-Chaos beseitigen will. Dabei heraus kommt nach Informationen der "Financial Times" eine Energiewende, die in dieser Form europaweit ziemlich einmalig ist:

• Bis zum Jahr 2025 will Großbritannien alle Kohlekraftwerke des Landes abschalten. Das ist angesichts der aktuellen Versorgungsprobleme bemerkenswert - zumal diese Energiequelle 2014 zusammen mit Gas die wichtigste war. Der Anteil an der Stromerzeugung lag bei 30 Prozent

• Gaskraftwerke sollen eine noch wichtigere Rolle spielen. Die Regierung will Anreize für den Bau solcher Anlagen setzen. Laut dem "Guardian" sind sowohl Subventionen denkbar als auch neue Marktanreize - Gaskraftwerke sollen als Sicherheitsreserve besser Geld verdienen können, auch wenn sie gar keinen Strom produzieren

Grafik: Strommix in Deutschland 2014 - zum Vergrößern bitte klicken
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• Auch die Atomkraft hat offenbar weiterhin eine Zukunft im Königreich. Dies sei ohne Subventionen allerdings nicht möglich, bezieht sich der "Guardian" auf die geplante Rudd-Rede. Atom- und Gaskraft seien künftig die verlässlichsten Energiequellen

• Die Subventionen für erneuerbare Energien werden gekürzt. Dies dürfte vor allem Solaranlagen und Windparks an Land treffen. Diese Pläne hat die britische Regierung zum Teil bereits umgesetzt. Den Ausbau von Offshore-Windkraftanlagen verfolgt London dagegen offenbar weiter.

Alles in allem steht die Strategie in einem krassen Widerspruch etwa zum deutschen Vorgehen. Hierzulande ist beispielsweise ein baldiger Kohleausstieg nicht in Sicht, weil nach und nach die Atomkraftwerke ersatzlos vom Netz gehen. Dafür steigt der Ökostrom-Anteil rasant.

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