Montag, 5. Dezember 2016

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Streit mit Wladimir Putin Russische Behörde lässt Bücher von George Soros verbrennen

George Soros: "Wir stehen gegen das Putin-Regime, welches das russische Volk ausbeutet"

Behörden in der russischen Nord-Provinz Komi verbrennen Bücher, die mit Unterstützung des US-Milliardärs George Soros veröffentlicht wurden. Das geht aus einer Antwort des regionalen Bildungsministeriums auf eine Anfrage des lokalen Nachrichtenportals "7x7" hervor. Mehrere hundert Publikationen wurden demnach bereits aus Beständen örtlicher Hochschulen in der Stadt Workuta entfernt.

Als Grund heißt es in einer entsprechenden Anordnung, die Bücher würden unter Jugendlichen "der russischen Ideologie fremde Vorstellungen" verbreiten, sie führten auch zu "verzerrter Wahrnehmung der vaterländischen Geschichte".

53 Bücher wurden bereits vernichtet, "mittels Verbrennung", wie es in einem Behördenschreiben heißt.

Betroffen sind Lehrbücher mit unspektakulären Titeln wie "Philosophie von Wissenschaft und Technik" oder "Anthologie des französischen Surrealismus". Bei den meisten Verfassern handelt es sich um russische Wissenschaftler, darunter Professoren der staatlichen Moskauer Lomonossow-Universität und der ebenfalls in der Hauptstadt angesiedelten Higher School of Economics (HSE).

Die betroffenen Autoren können sich keinen Reim auf das drastische Vorgehen der Behörden machen. "Bücher verbrennen ist eine merkwürdige Tat, unabhängig vom Inhalt", sagt Lew Jakobson, Prorektor der HSE und Verfasser des ebenfalls betroffenen Buchs "Ökonomie des öffentlichen Sektors". Nach Angaben des Nachrichtenportals Gaseta.ru war Jakobson noch 2004 von Präsident Wladimir Putin ausgezeichnet worden.

Zorn des Kreml auf Soros

Grund für die Zensur dürfte weniger der Inhalt der Bücher sein, als vielmehr die Person des Milliardärs Soros selbst. Der Finanzmagnat und Mäzen hatte russische Hochschulen und Wissenschaftler bereits seit den späten achtziger Jahren unterstützt. Gemeinsam mit Raissa Gorbatschowa, der Ehefrau von Sowjetführer Michail Gorbatschow, gründete Soros eine erste Stiftung.

Den Zorn des Kremls allerdings hat er sich zugezogen, weil er auch Demokratie-Bewegungen in Ländern des ehemaligen Ostblocks finanziert. Der Kreml verdächtigt Soros deshalb, in Russland einen Umsturz zu planen.

Soros' "Open Society Foundation" wurde in Russland 2015 zur "unerwünschten Organisation" erklärt. Generalstaatsanwalt Juri Tschaika begründet das mit angeblichen "Gefahren für die Fundamente der verfassungsmäßigen Ordnung, der Wehrkraft des Landes oder der Sicherheit des Staats". Im August wurde im Gebiet Swerdlowsk im Ural bereits Bücher der britischen Militärhistoriker Antony Beevor und Sir John Keegan konfisziert, die angeblich von Soros in Russland verbreitet wurden und "Stereotype des Dritten Reichs propagandieren".

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