Mittwoch, 19. Dezember 2018

Fußballsponsoring Auf die Knochen

FC Augsburg und VfB Stuttgart im Duell: Beide Südclubs suchen zur Saison 2015/16 noch einen Reifenhersteller als Sponsor

Nach knapp zweieinhalb Jahren ist Kumho Tyre zum Jahreswechsel 2015 ins Fußballsponsoring zurückgekehrt. Wie kam es zu dem Sinneswandel? Und viel wichtiger: Werden weitere Engagements folgen?

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Heft Dezember 2018

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Die wichtigste Aussage gleich zu Beginn: Kumho Tyre will in Deutschland wachsen und Sportsponsoring soll dabei das Zugpferd sein. Dafür setzt das Unternehmen seit Anfang des Jahres auf Fußball - wieder einmal. Wie ernst es das koreanische Unternehmen meint, wurde beim Start zur Bundesliga-Rückrunde der Saison 2014/15 deutlich, als Kumho fast zeitgleich Partner von drei Erstligisten wurde. Mit dem FC Schalke 04, dem Hamburger SV und Hertha BSC schloss der Reifenhersteller jeweils Verträge bis zum Saisonende 2016/17 ab (siehe Kasten). Kumuliert lässt sich Kumho die Engagements knapp eine Million Euro pro Saison kosten.

Die Einstiege als Partner von drei Bundesligisten auf der jeweils dritten Ebene sind keineswegs eine Premiere, sondern eine Rückkehr ins deutsche Fußballgeschäft. Bereits zur Saison 2011/12 war Kumho zwei Jahre Exklusiv-Partner (zweite Ebene) des HSV. Aber warum zog sich der Reifenhersteller Mitte des Jahres 2013 aus dem Fußballsponsoring zurück, um zweieinhalb Jahre später wieder einzusteigen?

Um die Sponsoringstrategie von Kumho nachzuvollziehen, muss man einerseits die jüngere Firmengeschichte verstehen und andererseits die koreanische Art von Unternehmensführung begreifen.

Kumho Tires

Unternehmenssitz: Offenbach am Main

Europapräsident: Charles Kim

Marketing Manager Deutschland: Wolf Fuder

Anzahl Mitarbeiter: 60

davon im Marketing: 40

Sponsorships (Summe p. a.)* : FC Schalke 04 (500.000 €), Hamburger SV (200.000 €), Hertha BSC (120.000 €)

Gesamtsponsoringbudget 2014/15*: ca. 1 Mio. €

Agenturen: Inhouse

* teilweise geschätzt; alle Partner (3.Ebene); alle Laufzeit bis Ende 2016/17

Rückblick: Ende 2009 drückten die Kumho Asiana Group, einem Mischkonzern aus 24 Tochterfirmen, zu denen auch Kumho Tyre gehört, Schulden in Milliardenhöhe. Der Grund war eine gescheiterte Beteiligung aus dem Jahr 2006. Als Resultat musste die Kumho Asiana Group einem Restrukturierungsplan ihrer Gläubiger zustimmen, bei dem einzelne Firmen, darunter Kumho Tyre, unter finanzielle Fremdbestimmung gerieten. Man könnte sagen, die Verantwortlichen trugen von da an ein Korsett, das sie einschnürte. Ende 2014 erlangten der Konzern und Kumho Tyre ihre finanzielle Unabhängigkeit zurück. Das Korsett war abgelegt, die Verantwortlichen von Zwängen befreit.

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