Montag, 10. Dezember 2018

Krach im Kartell US-Schieferölschwemme spaltet Opec-Staaten

Ölförderung in Oklahoma: Teile der Opec fürchten neue Konkurrenz aus den USA

2. Teil: Zweifel an der Schieferöl-Bonanza

Eine gemeinschaftliche Reaktion der Opec wird somit zunehmend schwieriger. Aus diesem Grund, so Experten, hat das Kartell die Förderquoten von aktuell 30 Millionen Fass pro Tag nicht angetastet. Zwar ist der Preis für die Sorte Brent Börsen-Chart zeigen in diesem Jahr bereits um knapp 10 Prozent eingebrochen, doch hält er sich über der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar pro Fass.

Um einen weiteren Preisrutsch zu bremsen, könnte die Opec die Förderung drosseln und so das Angebot verknappen. Die internen Streitereien deuten jedoch nicht auf einen solchen Schritt in naher Zukunft hin. "Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem die Opec das Problem angehen muss", sagt Seth Kleinman, Leiter Energiestrategie der Citigroup der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er rechnet mit einer weiteren Angebotsausweitung. Ein weiteres Indiz für eine Übersättigung des Marktes: Am Donnerstag waren die US-Rohöl-Lagerbestände auf den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung vor 30 Jahren gestiegen.

Hohe Kosten, geringer Ertrag

Zugleich werden die Zweifel an der Nachhaltigkeit des Fracking-Öls in den USA laut. Die Schieferöl-Revolution werde nur "für kurze Zeit" die Förderung in den USA befeuern, sagte der US-Ölinvestor Andy Hall laut "Financial Times". Der Hedgefondsmanager wird von seinen Konkurrenten schlicht "Gott" genannt, seit er Anfang des Jahrtausends als Händler bei der Citigroup ein Vermögen mit Wetten auf den Ölpreis verdiente.

Hall begründet seine Skepsis damit, dass beim Fracking mit jeder Bohrung lediglich eine kleine Fördermenge aus dem Gestein gelöst werden könne. Das treibt die Förderkosten. Bei der konventionellen Förderung werde dagegen mit einer Bohrung ein ganzes Reservoir angezapft. Auch beim US-Schiefergas wurden zuletzt Zweifel an der Dauer des Booms laut. Gegenüber dem Sender CNBC sagte der Ölexperte Dennis Gartman: "Wenn es eine Möglichkeit gäbe, auf die Opec short zu gehen, würde ich es tun."

mit Material von reuters/dpa

Seite 2 von 2

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH