Freitag, 29. Juli 2016

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Generationenaufgabe Flüchtlinge Wie die Politik die Flüchtlingskrise anpacken muss

Große Hoffnung: Die Politik hat noch keine schlüssige Strategie für den Umgang mit den Flüchtlingen gefunden

Seit nunmehr sechs Monaten dauert die Flüchtlingskrise an. Wenn wir ehrlich sind, natürlich schon viel länger. Schon seit Jahren leiden Griechenland und Italien unter dem Ansturm der Zuwanderer. Erst in diesem Sommer sind sie endgültig zu einer Politik des "Durchwinkens" übergegangen. Konnte die deutsche Regierung im Frühjahr noch so tun, als ginge sie die sich anbahnende Flüchtlingswelle nichts an, so ist es spätestens seit September jedem klar: Wir haben es mit einer Völkerwanderung zu tun und wir haben es bis jetzt nicht geschafft, eine strategische Antwort zu geben. Stattdessen beschwört die Politik erneut die "Alternativlosigkeit" des Handelns, macht sich selbst Mut mit der autosuggestiven Formel des "wir schaffen das" und verlässt sich auf das unermüdliche und beeindruckende Engagement der Menschen vor Ort. Sei es von Behörden oder noch mehr der unzähligen freiwilligen Helfer.

Chaos statt Ordnung

Wir wissen immer noch nicht, wie viele Menschen in diesem Jahr zu uns gekommen sind. Wir wissen nicht, wie viele noch kommen werden. Wir wissen nicht, woher sie kommen. Wir wissen zum Teil nicht mal, wo sie sich aufhalten. Wir kennen ihre Qualifikationen nicht, wir wissen nicht, mit welcher Bereitschaft zu Integration und Anpassung an unsere gesellschaftlichen Normen sie kommen. Zunehmend wird auch unklar, wo wir die Menschen unterbringen wollen im bevorstehenden Winter. All dies ist bekannt, was aber nichts daran ändert, dass wir uns ein Armutszeugnis ausstellen. Zunehmend laufen wir Gefahr, die Erwartungen, die wir bei den Flüchtlingen geweckt haben, vollends zu enttäuschen.

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