Dienstag, 24. Mai 2016

Dreistelliger Millionen-Deal Eon verkauft britische Öl- und Gasfelder - diesmal nicht an Fridman

Ölfeld auf See: Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern Eon versilbert seine britischen Öl- und Gasfelder. Käufer ist diesmal nicht der russische Milliardär Michail Fridman, sondern der britische Ölkonzern Premier Oil

Der Energiekonzern Eon verkauft Insidern zufolge seine britischen Öl- und Gasfelder an Premier Oil. Wie Reuters am Mittwoch aus Finanz- und Industriekreisen erfuhr, liege das Volumen der Transaktion bei bis zu 150 Millionen Euro. Die beiden Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Die Aktien des britischen Ölkonzerns Premier Oil waren seit dem Morgen vom Handel ausgesetzt.

Im Oktober hatte E.ON seine norwegischen Öl- und Gasfelder für rund 1,4 Milliarden Euro an den russischen Milliardär Michail Fridman verkauft. Eon musste dabei nach eigenen Angaben einen Buchverlust von mehr als einer Milliarde Euro hinnehmen. Der Wert des Geschäfts ist wegen des abgestürzten Ölpreises deutlich geschrumpft.

Eon kann die Einnahmen angesichts seiner Schulden in Höhe von gut 28 Milliarden Euro dennoch gut gebrauchen. Der Konkurrent RWE hatte seine Öl- und Gasfördertochter Dea im vergangenen Jahr für rund fünf Milliarden Euro an Fridmans Fonds LetterOne verkauft.

UBS-Kommentar stützt Aktie

E.ON-Aktien legten am Mittwoch gut sechs Prozent auf 8,82 Euro zu und führten vor dem Rivalen RWE die Gewinnerliste im Dax an. Ein zuversichtlicher Analystenkommentar verlieh den Versorger-Aktien Schwung. Nach Einschätzung der UBS könnte die geplante Aufspaltung der beiden Konzerne zu einer Neubewertung führen - die Experten sehen Aufwärtspotenzial für die Aktien. Zudem setzen sie auf eine konstruktive und baldige Lösung hinsichtlich der Stilllegungskosten für die Atomkraftwerke. E.ON stuften die Experten hoch auf "Buy" von "Neutral", bei RWE ließen sie die Bewertung bei "Neutral".

Die Versorger leiden seit Monaten unter dem Druck der Energiewende und den sinkenden Strom-Großhandelspreisen. Eine Aufspaltung der Konzerne soll den Unternehmen nun den Weg aus der Krise ebnen.

la/reuters

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH