Donnerstag, 20. September 2018

Nordkorea bietet Abrüstung an Trump und Kim planen historisches Treffen

Historisches Treffen: Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

Sie überzogen sich gegenseitig mit Kriegsrethorik, Drohungen und Schmähungen. Jetzt sind US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu einem Treffen bereit, um den Atomkonflikt zu lösen. Es wäre das erste Treffen auf dieser Ebene seit mehr als 17 Jahren.

US-Präsident Donald Trump hat sich zu einem historischen Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zur Lösung des Atomkonflikts bereiterklärt. Trump habe eine Einladung Kims für ein erstes Gipfeltreffen der beiden Staaten akzeptiert, sagte Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders am Donnerstag in Washington. Ort und Zeitpunkt stünden noch nicht fest. Kim habe sich zudem zu einer atomaren Abrüstung bereiterklärt und zugesagt, alle Atom- und Raketentests vorerst zu stoppen, sagte Südkoreas Sondergesandter Chung Eui Yong, der die Einladung nach einem Besuch in Nordkorea überbrachte. Nach seinen Worten will Trump Kim spätestens im Mai treffen.

Ein Treffen wäre eine dramatische Wende in dem Konflikt. Die beiden Staatschefs hatten sich im vergangenen Jahr mit Kriegsrethorik, Drohungen und Schmähungen überzogen, was Sorgen vor einer Eskalation schürte. Das letzte ähnlich hochrangige Treffen gab es im Oktober 2000. In der Amtszeit von Präsident Bill Clinton traf sich Außenministerin Madeleine Albright in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang mit dem damaligen Machthaber Kim Jong Il - dem Vater Kims.

Trump twittert: "Das Treffen wird gut geplant"

Trump sprach von großen Fortschritten. "Treffen wird geplant", erklärte der US-Präsident über den Kurznachrichtendienst Twitter. Kim habe bei dem Treffen mit der südkoreanischen Regierungsdelegation am Montag nicht nur von einem Aussetzen der Atom- und Raketentests gesprochen, sondern von einer Denuklearisierung. Die Sanktionen müssten aber Aufrecht erhalten werden, bis ein Abkommen erreicht werden. Beim Besuch der südkoreanischen Delegation hatte Kim seine Bereitschaft für den Verzicht auf Atomwaffen erklärt, wenn die Sicherheit seines Landes garantiert sei. Zugleich vereinbarten die beide koreanischen Staaten ein Gipfeltreffen im kommenden Monat im Grenzort Panmunjom - das erste seit mehr als einem Jahrzehnt. Nun will die Delegation noch in Russland und China über die Entwicklung informieren.

Trump will Sanktionen vorerst aufrecht erhalten

Chung sagte, er habe Trump von der Zusage Kims für eine atomare Abrüstung berichtet. Ebenso von seinem Wunsch, Trump so bald wie möglich zu treffen. Der US-Präsident habe anerkennend reagiert und erklärt, Kim zu treffen, um eine Denuklearisierung zu erreichen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe begrüßte den Kurswechsel Nordkoreas, Er sei ein Ergebnis des internationalen Drucks auf die Führung in Pjöngjang.

Erste Signale für eine Entspannung in dem Konflikt gab es kurz vor und während der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang im Februar. Es begann zunächst mit einer leichten Entspannung in den Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten. Eine ranghohe Delegation aus dem Norden besuchte Südkorea und lud Präsident Moon Jae In nach Pjöngjang ein. Dieser schickte nun seinen Sicherheitsberater Chung an der Spitze einer Delegation in den Norden. In den Monaten zuvor hatten sich Nordkorea und Trump verbale Schlagabtausche geliefert und gegenseitig mit Vernichtung gedroht. Nordkorea drohte mit Atomwaffen, die jeden Winkel der USA erreichen könnten.

Rei/Reuters

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