Donnerstag, 21. Februar 2019

Dänische Notenbank warnt Geldwäsche-Skandal gefährdet Dänemarks Finanzstabilität

Fass ohne Boden? Der Geldwäsche-Skandal der Danske Bank könnte das ganze Land belasten, warnt die dänische Notenbank

Die Folgen des Geldwäsche-Skandals der größten dänischen Bank sind noch gar nicht richtig abzuschätzen. Die dänische Notenbank glaubt aber, dass die Krise der Danske Bank die Finanzstabilität des ganzen Landes gefährden könne.

In Dänemark bedroht nach Einschätzung der Notenbank ein Geldwäscheskandal bei der Danske Bank die Finanzstabilität des gesamten Landes. Die durch den Skandal ausgelösten Probleme einer einzelnen Bank könnten den gesamten Finanzsektor erfassen und die Finanzstabilität gefährden, warnte die Zentralbank am Freitag in einer Mitteilung.

Dänemark hatte im August Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche eingeleitet. Eine interne Untersuchung der größten dänischen Bank hatte ergeben, dass der größte Teil der zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Summe von 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Zuletzt hatte die dänische Staatsanwaltschaft gegen die größte dänische Geschäftsbank Anklage erhoben. Seit Beginn des Jahres sind die Aktien der Danske Bank um 46 Prozent eingebrochen.

In Dänemark hätten extrem niedrige Leitzinsen und günstige Finanzierungsbedingungen dazu geführt, dass Kreditgeber höhere Risiken eingegangen seien, hieß es weiter in der Mitteilung. Die Notenbanker forderten die Industriebetriebe des Landes auf, stärkere Rücklagen zu bilden und auf die Auszahlung höherer Dividenden zu verzichten.

Seit Wochen hält sich in Medien der Verdacht, die Deutsche Bank könnte in den Geldwäscheskandal bei der Danske Bank tiefer verwickelt sein. Die Deutsche Bank weist jede Verantwortung von sich. Allerdings weisen einzelne Berichte darauf hin, dass die Deutsche Bank in ihrer Funktion als Korrespondenzbank für die Danske Bank offenbar schon lange vor Abbruchihrer Geschäftsbeziehung von zahlreichen verdächtigen Zahlungen wusste.

Tatsächlich aber soll es laut "Spiegel" intern lange vor 2015 deutliche Hinweise gegeben haben, dass etwas nicht stimme mit Danske-Kunden. So hätten die Deutsche Bank und ihre US-Tochter bereits zwischen März 2013 und November 2014 mindestens ein Dutzend Geldzahlungen von Danske-Kunden auf Deutsche-Bank-Konten in sechsstelliger Höhe zurückgewiesen - weil intern die Systeme anschlugen.

rei mit dpa

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