Mittwoch, 27. Juli 2016

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Die wahren Folgen der Bargeld-Abschaffung Es wird ernst mit der Enteignung

Aus Davos kommt erneut die Forderung der Eliten, doch endlich das Bargeld abzuschaffen. Die Forderung ist keineswegs neu und bereits im letzten Jahr habe ich mich an dieser Stelle mit dem Thema beschäftigt.

Dabei habe ich an das Verbot von Gold - damals noch die eigentliche Währung - in privatem Besitz erinnert: Am 5. April 1933 unterzeichnete US-Präsident Franklin D. Roosevelt die Executive Order 6102, die den privaten Goldbesitz in den USA per 1. Mai 1933 verbot. Jeder, der mehr als fünf Unzen Gold besaß, musste dieses unter Androhung erheblicher Strafen innerhalb von 14 Tagen bei staatlichen Stellen abliefern. Die Entschädigung war gering, vor allem verglichen mit der kurz darauf erfolgenden Abwertung des US-Dollars gegenüber Gold. Ziel der Aktion war, den Abfluss von Gold in das Ausland zu stoppen, vor allem aber die Bekämpfung der wirtschaftlichen Depression. Die Abwertung des Dollars gegenüber Gold war faktisch eine Entwertung des Geldes und ein wichtiger Baustein von Roosevelts New Deal, dem Programm zur Konjunkturbelebung mit dem Ziel, die USA aus der Großen Depression als Folge des Schuldenbooms der 1920er Jahre zu befreien.

Daniel Stelter
Heute haben wir schon lange keine Goldbindung mehr, was sicherlich einer der wesentlichen Gründe dafür ist, dass wir es mit dem Leben auf Pump so viel länger und so viel wilder treiben konnten als unsere Vorfahren in den 1920er Jahren. Die Probleme von zu vielen Schulden treffen uns aber genauso. Noch konnten wir mit immer weiteren Schulden und immer tieferen Zinsen den Einbruch hinauszögern, weshalb ich von Depression in Zeitlupe spreche. Um den Zusammenbruch zu verhindern, sind wir allerdings in einer Abwärtsspirale gefangen. Die tiefen Zinsen von heute erfordern noch tiefere Zinsen morgen, um das System eine Runde weiter zu bekommen. Eine Dynamik, vor der die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, immerhin die Notenbank der Notenbanken seit Jahren eindringlich warnt. Am Ende könnte, so die BIZ, eine Situation stehen, in der die Notenbanken jegliches Vertrauen verlieren. Einen ersten Vorgeschmack gab die gestiegene Nervosität an den Kapitalmärkten in den letzten Wochen und Monaten.

Die Fed versuchte noch die Zinsen etwas zu erhöhen, um wieder einen Spielraum für Zinssenkungen zu haben, bevor die nächste Rezession vor der Tür steht. So wie es aussieht, hat sie dieses Zeitfenster verpasst. Jetzt geht es nur noch mit negativen Zinsen auf breiter Front.

Argumente der Befürworter sind vorgeschoben

Natürlich bringen die Befürworter des Bargeldverbots vordergründig gute Argumente: Ein großer Teil der Barzahlungen würde dazu dienen, Steuern zu hinterziehen und kriminelle Geschäfte zu tarnen. Zudem wäre es sehr aufwändig, Geld vor Fälschung und Diebstahl zu sichern. Auch ließen sich Kosten sparen für Logistik und Herstellung. Für Banken und andere Finanzdienstleister - zu denen man dann auch Google und Apple zählen darf - wäre es zudem ein gutes Geschäft.

Diese Argumente sind aber nur vorgeschoben. Natürlich würde die Abschaffung von Bargeld die oben genannten Dinge erschweren. Doch wer seinen Handwerker schwarz bezahlen will, tut dies dann eben mit Naturalien statt Geld. Kriminelle Organisationen dürften ebenfalls leicht alternative Wege finden, ihre Zahlungsströme zu tarnen. Wirklich sicher ist das bargeldlose Bezahlen auch nicht, wie wir aus den vielfältigen Angriffen von Hackern und Datendieben wissen. Tauschen doch gerade einige Banken die Kreditkaten von zig-tausenden von Kunden aus, nachdem deren Daten in die falschen Hände geraten sind.

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