Samstag, 25. Juni 2016

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Experten fürchten Bumerang-Effekt China wirft so viele Dollar auf den Markt wie nie

Chinas Notenbank verkauft Dollar-Devisen: Experten fürchten Bumerang-Effekt

Chinas Währungsreserven haben sich 2015 so stark verringert wie noch nie. Der größte staatliche Devisenschatz weltweit reduzierte sich um 512,66 Milliarden auf 3,33 Billionen Dollar, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten der Notenbank hervorgeht. Ein Großteil davon schmolz in den Nachwehen des Börsenbebens vom Sommer in der zweiten Jahreshälfte dahin.

Die Notenbank, die im August die Währung überraschend abgewertet hatte, musste in der Folge große Summen in die Hand nehmen, um den Wechselkurs des Yuan zu stabilisieren und eine unkontrollierte Abwertung zu verhindern. Denn die chinesische Währung ist nicht frei handelbar, sondern darf einen täglich festgesetzten Referenzwert um maximal zwei Prozent über- oder unterschreiten.

Allein im Dezember, dem Monat der Zinswende in den USA, verringerte sich der Wert der Schatztruhe um 107,9 Milliarden Dollar. Dies ist der größte jemals registrierte monatliche Rückgang, der damit noch größer als von Experten erwartet ausfiel. Mit der Zinserhöhung in den USA werden Anlagen in den Vereinigten Staaten attraktiver, was zu Abflüssen von Kapital aus dem Schwellenland China führt.

Anleger bleiben angesichts der Abkühlung der Konjunktur in der zweitgrößten Wirtschaft der Welt nervös: Zum zweiten Mal seit Jahresbeginn kam es jetzt zum Kursrutsch an den chinesischen Aktienbörsen, der auch die internationalen Finanzmärkte in Mitleidenschaft zog. Zudem wertete China seine Währung am Donnerstag den achten Tag in Folge ab. Im November und Dezember hatte sie das bereits jeweils zehn Tage in Folge getan.

Nach Ansicht des Ökonomen Li Huiyong vom Finanzhaus Shenyin & Wanguo hat die Notenbank trotz der weniger prall gefüllten Schatulle noch genügend finanzielle Munition, um die Währung zu stützen. Doch Experten verweisen darauf, dass diese Strategie Risiken für die nicht mehr sattelfeste Konjunktur birgt.

Die Zentralbank muss zur Stabilisierung der Währung Dollar-Devisen abstoßen und Yuan kaufen. Dadurch entzieht sie de facto dem Bankensystem Liquidität, die nicht in Form von Krediten an die chinesischen Firmen vergeben werden kann. Dieses Vorgehen könne sich daher langfristig als Bumerang erweisen, warnt der Wirtschaftsexperte Chester Liaw vom Prognosehaus Forecast Pte. Außerdem macht ein hoher Wechselkurs Waren chinesischer Firmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig und bremst den Aufschwung zusätzlich aus.


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ts/Reuters

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