Montag, 11. Dezember 2017

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Centeno neuer Eurogruppenchef Dijsselbloem verplappert sich und nennt Nachfolger

Der portugiesische Finanzminister Mario Centeno wird neuer Eurogruppen-Chef und löst damit Jeroen Dijsselbloem ab. Der gab vor der entscheidenden Sitzung ungewollt einen wichtigen Hinweis

Wusste Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem schon, wer im Januar sein Nachfolger wird? Kurz vor Beginn der Eurogruppensitzung am Montag schien es, als habe sich der niederländische Finanzminister verplappert. "Ich bin bis zum 12. Januar Vorsitzender und Mario Centeno dann ab 13. Januar", sagte Dijsselbloem - und stutzte. "Habe ich Mario Centeno gesagt? Denn das weiß ich natürlich überhaupt nicht", ergänzte er. Etwa vier Stunden später wählten die Finanzminister der 19 Euroländer dann den Portugiesen Centeno tatsächlich zum neuen Eurogruppen-Chef.

Mario Centeno setzte sich am Montag gegen seine Mitbewerber aus Luxemburg, Lettland und der Slowakei durch. Centeno führt künftig das Gremium der Ressortchefs aus den 19 Euroländern.

Die Eurogruppe tagt seit 1998 und gehört seit dem Management der Euro-Schuldenkrise in den vergangenen Jahren zu einer der weltweit wichtigsten Finanzgremien. Die Minister entscheiden unter anderem über milliardenschwere Hilfsprogramme und teils harsche Reformauflagen für Krisenländer sowie die Ausrichtung von Europas Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Die besondere Position des Eurogruppenchef

Der Eurogruppenchef hat dabei eine herausgehobene Bedeutung, weil er zugleich Vorsitzender des Gouverneursrat des Euro-Rettungsschirms ESM ist. Dieser vergibt milliardenschwere Kredite an kriselnde Euro-Staaten. Hilfsanträge von Staaten in Finanznöten müssen an den Eurogruppen-Vorsitzenden geschickt werden.

Der niederländische Sozialist Jeroen Dijsselbloem führte die Gruppe in den vergangenen gut fünf Jahren. Zuvor leitete der heutige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Eurogruppe. Dijsselbloem übernahm den schwierigen Job mitten in der Schuldenkrise 2013 und galt anfangs als überfordert. Zuletzt erhielt er allerdings für seine ruhige und präzise Führung von etlichen Seiten Lob. Er galt als Verbündeter Deutschlands und von Ex-Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Dijsselbloems Mandat endet im Januar. Eine Verlängerung war nicht möglich, da er nicht mehr Finanzminister seines Landes ist.

Seine Amtszeit war vor allem von nervenaufreibenden Notfall-Sitzungen in der Griechenland-Krise bestimmt. Centenos Aufgabe dürfte es hingegen eher werden, widerstreitende Interessen in der Währungsunion zusammenzuführen, Reformen voranzutreiben und die Eurozone damit besser gegen künftige Krisen zu wappnen.

rei/la/dpa

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