Freitag, 30. September 2016

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Ausverkauf an der Börse Verkaufspanik - wie tief fällt der Aktienmarkt noch?

Dax 2016: Die Gewinner und Verlierer im Dax
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DPA

Um 11 Prozent ist der Dax 2016 bereits gefallen, die Gewinne des Vorjahres sind mehr als aufgebraucht. Börsianer stellen sich jetzt vor allem eine Frage: Wie weit geht es noch runter?

Rund 11 Prozent Minus nach zwei Handelswochen - noch nie ist der deutsche Aktienmarkt so katastrophal in ein Jahr gestartet wie 2016. Wie die Übersicht zeigt, hat im Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen bereits jeder zweite Wert zweistellig an Wert verloren, darunter auch die drei großen deutschen Autobauer BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen. Bei BMW Börsen-Chart zeigen betragen die Verluste 2016 sogar 20 Prozent.

Die Kursgewinne aus dem Vorjahr haben sich in den meisten Fällen binnen zehn Handelstagen in Luft aufgelöst. Und schlimmer noch: Gegenüber seinem bisherigen Rekordstand aus dem April 2015 hat der Dax inzwischen mehr als 20 Prozent verloren. Nach der gängigen Definition befindet sich der Markt damit offiziell in einer "Bären-Phase", sprich: in einem echten Abwärtstrend, der vom Pessimismus institutioneller Anleger geprägt ist. Deshalb beschäftigt Börsianer derzeit vor allem: Wie weit geht es noch runter? Kommt jetzt der komplette Ausverkauf?

Kursrutsch 2016: Jeder Zweite verliert zweistellig

Dax im freien Fall: Der deutsche Leitindex fiel innerhalb der ersten zwei Handelswochen um mehr als 1000 Punkte, das ist ein Kursverlust von rund 10 Prozent. (Stand: Freitag 15. Januar, 12 Uhr). Damit sind die Gewinne des Vorjahres mehr als aufgebraucht. Seit seinem Hoch im April 2015 hat der Dax mehr als 20 Prozent an Wert verloren - ein Zeichen für einen Bärenmarkt. Die Unterschiede zwischen den Einzelwerten im Dax sind beträchtlich ...

Jeder zweite im Dax 30 notierte Konzern hat seit dem 4. Januar mehr als 10 Prozent an Wert nachgegeben. Einen so schwachen Jahresstart gab es in der Geschichte des Dax noch nie. Noch schlechter sieht die 12-Monats-Bilanz aus: Sieben Dax-Unternehmen haben seit Januar 2015 mehr als 20 Prozent nachgegeben. Vor allem Automobilwerte werden überrollt ...

BMW: Größter Dax-Verlierer seit Jahresbeginn ist die Aktie von BMW mit einem Minus von 20 Prozent (Stand 15.1.). Im Jahr 2015 hatten sich BMW-Aktionäre noch über ein Jahresplus von knapp 10 Prozent gefreut - doch die zweite Schockwelle aus China reißt die Papiere der deutschen Autobauer nun erneut in die Tiefe. Erfasst wurde auch ...

Daimler: Bei der Daimler-Aktie steht ein Minus von 16 Prozent seit Jahresbeginn zu Buche - gemeinsam mit Thyssen ist Daimler damit der drittschwächste Dax-Wert 2016, trotz der von Daimler-Chef Dieter Zetsche gestarteten Aufholjagd.

Volkswagen: Die VW-Aktie schien seit ihrem Kurssturz im Zuge des Abgas-Skandals wieder auf dem Weg der Erholung - doch seit Jahresbeginn hat die VW-Aktie wieder knapp 15 Prozent an Wert verloren. Da helfen auch neue Modelle wie der auf der CES in Las Vegas vorgestellte E-Bulli derzeit nicht. Die Verluste der vergangenen 12 Monate summieren sich bei VW inzwischen auf knapp 40 Prozent. Es ist auch ein Horror-Jahresstart für die Autozulieferer ...

Continental: Conti-Chef Elmar Degenhart wurde als einziger Dax-Chef unter die Top 10 der besten Konzernchefs weltweit gewählt - doch nun gerät auch die Conti-Aktie deutlich unter Druck. 15 Prozent Verlust seit Jahresanfang, damit steht Conti gemeinsam mit BMW, Daimler, VW und ThyssenKrupp in den Flop 5. Einige Dax-Schwergewichte sind inzwischen auf ein Mehrjahrestief gefallen ...

BASF auf Dreijahrestief: Das Chemie-Schwergewicht ist stark in Asien engagiert - und verlor aufgrund der Konjunktursorgen rund 12 Prozent seit Jahresbeginn. Mit rund 62 Euro fiel die BASF-Aktie auf den tiefsten Stand seit drei Jahren.

Deutsche Bank auf Siebenjahrestief: Aufräumer John Cryan hat für dieses Jahr schon mal die Dividende gestrichen. Die Aktie der Deutschen Bank hat seit Jahresbeginn 12 Prozent an Wert verloren und fiel am Freitag zeitweise unter die Marke von 20 Euro. Zuletzt hatte die Deutsche Bank im Frühjahr 2009 unter 20 Euro notiert. Noch düsterer sieht die 12-Monats-Bilanz im Dax aus: Sieben Dax-Werte haben seit Januar 2015 mehr als 20 Prozent an Wert verloren ...

Die beiden Energieversorger RWE (minus 56 Prozent) und Eon (minus 42 Prozent) sind seit Januar 2015 besonders stark eingebrochen. Doch auch Volkswagen (minus 39 Prozent) und ThyssenKrupp (minus 26 Prozent) kamen unter die Räder, ebenso wie ...

... die Bankenwerte. Die Aktien von Commerzbank (minus 24 Prozent) und Deutsche Bank (minus 21 Prozent) testen Mehrjahrestiefs - obwohl es derzeit keine akute Bankenkrise gibt wie nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008. Vergleichsweise stail halten sich in diesem Jahr die Münchener Rück und der Softwarehersteller SAP ...

Besser als der Rest: Der einzige Dax-Konzern, der seit Jahresbeginn weniger als 5 Prozent an Wert verloren hat, ist der Softwarehersteller SAP mit einem geradezu bescheidenen Verlust von "nur" 3 Prozent. Das sichert den Walldorfern bislang die Spitzenposition im Dax 2016. Doch zur Entwarnung gibt es keinen Grund, denn auch der Blick in die USA bereitet Sorge ...

Der US-Leitindex Dow Jones hat seit Jahresbeginn mehr als 1200 Punkte (7 Prozent) an Wert verloren, auch in den USA ist es der schwächste Jahresbeginn seit dem Krisenjahr 2008. Im Gegensatz zum Dax leidet der Dow Jones jedoch schon länger unter Schwäche ...

... am Absturz einzelner Börsen-Lieblinge wie Amazon. Die Aktie des Handelsriesen verlor in der ersten Handelswoche mehr als 10 Prozent an Wert - Anleger bringen Geld in Sicherheit, nachdem sich die Amazon-Aktie im Vorjahr mehr als verdoppelt hatte. Die Aktie des wertvollsten Konzerns der Welt, Apple, geriet unterdessen mit einem Minus von knapp 9 Prozent unter die Räder - ein Zeichen, dass sich auch viele Privatanleger von Aktien trennen. Grüne Vorzeichen ...

... gab es in Tokio. Dort wurde der Nikkei ebenfalls vom Sog der chinesischen Börsen erfasst. Der Nikkei 225 verlor seit Jahresbeginn knapp 10 Prozent. Während Anleger in Europa und USA rot sehen, werden an den asiatischen Börsen Abwärtstendenzen mit einem grünen Pfeil gekennzeichnet.

Es ist nicht nur China: Die Abwertung des Yuan sowie der Kurssturz in Shanghai und Shenzen zeigt, dass die Regierung in Peking keine Mittel hat, um die Abkühlung der Konjunktur sowie das Platzen der Börsenblase zu verhindern. Vor allem die exportorientierte deutsche Wirtschaft dürfte darunter leiden.

Auch bei den Rohstoffen geht der Ausverkauf weiter, die Ölpreise sind im freien Fall. Der Öl-Preis sackte in der ersten Handelswoche auf den tiefsten Stand seit April 2004 ab, ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent kostete unter 30 Dollar. Gründe sind ein Überangebot des Rohstoffs und die Erwartung einer schwächeren Konjunktur.

So viel vorweg: Wer darauf die Antwort kennt, kann sich in etwa so glücklich schätzen, wie die Gewinner des 1,5-Milliarden-Dollar-Lotterie-Jackpots in dieser Woche in den USA. Denn so viel wert wäre auch eine präzise Vorabkenntnis der Kursverläufe an der Börse - mindestens. Doch diese Kenntnis hat niemand, im Gegenteil: Die meisten Prognosen zum Aktienmarkt gehen regelmäßig daneben.

Wenig hilfreich ist auch der Blick in die Vergangenheit, ein ohnehin zweifelhafter Weg, um zu Erkenntnissen über die Zukunft zu gelangen. In Bezug auf die aktuelle Marktlage lässt sich zudem feststellen: Eine vergleichbare Situation ist in der jüngeren Börsengeschichte nur schwer zu finden.

Starke Abschwünge gab es zuletzt von 2000 bis 2003 und von 2007 bis 2009. Im letzteren Fall rauschten die Kurse letztlich um mehr als 50 Prozent in den Keller, bevor die Wende einsetzte. Nach dem Platzen der Dot-Com-Blase Anfang des Jahrtausends kam es sogar noch heftiger. Der Dax stürzte von mehr als 7600 Punkten auf etwa 2400 Punkte ab - etwa zwei Drittel des Marktvolumens lösten sich dabei in Luft auf.

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