Donnerstag, 14. Dezember 2017

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Politik bläst zur Aufholjagd bei Batterieherstellung EU erwägt Elektroauto-Quote für Neuwagen

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Volvo

E-Autos haben sich bisher nicht im Massenmarkt durchgesetzt - doch bis 2025 soll sich das nach Einschätzung von Experten dramatisch ändern. Entscheidend dafür: leistungsfähige Batterien, möglichst "Made in Germany" - wenn es nach der Bundesregierung geht.

Während Paris bereits ab 2030 Benzin- und Dieselfahrzeuge aus der Stadt verbannen will, arbeitet die Europäische Union an Plänen, um die Verbreitung von Elektroautos und den dafür nötigen Bau von Batterien anzuschieben - und Deutschland will kräftig mitmischen. Bei einem "Batteriegipfel" am Mittwoch in Brüssel vereinbarte EU-Kommissar Maros Sefcovic mit dem deutschen Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig und Vertretern anderer EU-Länder, bis Februar eine gemeinsame Strategie auszuarbeiten.

Schon im November will Sefcovic ehrgeizige Pläne für saubere Fahrzeuge vorlegen. Dazu zählt nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auch eine Quote für Elektroautos.

Demnach sollen 2030 mindestens 15 Prozent aller Neuwagen in Europa mit einem Elektromotor oder anderen emissionsfreien Antrieben ausgestattet sein, wie die Zeitung (Donnerstag) berichtete. Sefcovic bestätigte dies nach dem "Batteriegipfel" am Mittwoch aber noch nicht.

Man prüfe mehrere Optionen, sagte er - darunter verpflichtende Vorgaben ebenso wie ein System, bei dem Hersteller Pluspunkte bekommen, wenn sie Fahrzeuge mit wenig oder gar keinen Emissionen auf den Markt bringen. Sefcovic sagte aber auch, Studien gingen von einem Anteil von 25 Prozent Elektrofahrzeugen bereits 2025 aus.

EU-Kommissar: Breite Unterstützung für Batterie-Allianz

Er verwies auf die ungeheuren Marktchancen allein in der Ausstattung mit Batterien für so viele Elektroautos. Man gehe von einem Markt für 250 Milliarden Euro im Jahr 2025 aus und von vier bis fünf Millionen möglicher Jobs. "Ich bin nicht bereit, diesen lukrativen Markt unseren Wettbewerbern zu überlassen", sagte Sefcovic. Bislang dominieren bei Batteriezellen für E-Autos asiatische Hersteller wie Panasonic, LG oder Samsung.

Nötig sei aber ein europäischer Ansatz - ähnlich wie in der Luftfahrtindustrie in den 1960er Jahren. Es gebe breite Unterstützung für eine "Batterie-Allianz" und den Aufbau einer Wertschöpfungskette in Europa.

Bei dem Gipfel trafen sich unter der der Schirmherrschaft der EU-Kommission 40 Firmenvertreter aus der Auto-, Chemie- und Technologiebranche. Auch sie hätten hätten sich dafür stark gemacht, eine Akkuproduktion in Europa zu starten. Ziel sei, die gesamte Expertise bei Forschung und Entwicklung zusammenzubringen. Die großen Autobauer wollen in den nächsten Jahren viele neue E-Autos auf die Straße bringen. Sie reagieren damit auch auf den Druck der Politik, die Schadstoffemissionen zu reduzieren.

Wirtschaftsministerium: Möglichst Zellfertigung in Deutschland

Schon vor dem Treffen hatte Staatssekretär Machnig (SPD) gesagt: "Für die Zukunft der Elektromobilität ist die Batteriezellfertigung und die Ansiedlung einer Batteriezellfertigung in Deutschland und Europa ein bedeutendes wirtschafts- und industriepolitisches Thema."

Die nötigen Investitionen sind beträchtlich, viele Autokonzerne verfolgen entsprechende Planungen mit Hochdruck. Bei VW etwa fließen Milliarden in die E-Mobilität, neben der beschlossenen Forschung an Batteriezellen hat das Motorenwerk Salzgitter gute Chancen auf eine eigene Zellfertigung. Daimler will die Zellen vorerst nicht selbst herstellen, sondern nur zu fertigen Batterien zusammensetzen.

EU will CO2-Ausstoß der Autoflotten um 35 Prozent senken

Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus EU-Kreisen erfahren hat, will die EU-Kommission den CO2-Ausstoß der Autoflotten bis 2030 um bis zu 35 Prozent drücken. Die Neuwagen-Flotten der Autokonzerne müssten dann zwischen 25 und 35 Prozent und Lieferwagen 30 bis 40 Prozent weniger Kohlendioxid (CO2) produzieren, sagten mit den Plänen vertraute Personen. Die bisherigen EU-Regelungen zum CO2-Ausstoß gelten nur bis 2021. Dann dürfen die Autos im Schnitt maximal noch 95 Gramm CO2 ausstoßen. Dies entspricht einem Verbrauch von etwa vier Litern Benzin auf 100 Kilometern.

Rei/dpa/Reuters

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