Mittwoch, 27. Juli 2016

Mehrheit gegen große Scheine und kleine Münzen Die Deutschen lieben Bargeld? Stimmt nicht so ganz

Der 500-Euro-Schein, alias "Bin Laden": Schon mal in echt gesehen?

Lila ist der Schein, 160 mal 82 Millimeter groß, vorn zeigt er einen modernen Stahl-Glas-Bau und hinten eine Schrägseilbrücke. Das muss man wissen, denn neuerdings gilt der 500-Euro-Schein als Symbol der Freiheit, weil die Europäische Zentralbank ihn abschaffen will. Andererseits haben die meisten Bürger der Euro-Zone die große Banknote noch nie selbst gesehen, obwohl sie rund 30 Prozent der umlaufenden Bargeldsumme ausmacht.

Die Zielgruppe, für die Europas Gelddruckereien mit dem lila Schein arbeiten, ist vor allem das organisierte Verbrechen, wie eine aktuelle Harvard-Studie belegt. Mehrheitlich landen die deutschen Noten nach Auffassung der Bundesbank ohnehin schnell in Russland. Der legitimste Einsatz scheint noch zu sein, griechische Matratzen zu stopfen (als Reaktion auf die im vergangenen Jahr auf Druck der Euro-Partner eingeführten Kapitalkontrollen und die Grexit-Angst).

Wozu also noch der Aufwand? Das stärkste Argument dafür scheint noch die öffentliche Meinung zu sein, vor allem im monetär konservativ eingestellten Deutschland.

Aber auch dieses Argument wackelt. Denn eine neue repräsentative Umfrage der Marktforschungsgesellschaft GfK im Auftrag des Bankenverbands zeigt, dass die Bargeldliebe der Deutschen durchaus Grenzen kennt.

"Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Begrenzung von Bargeldzahlungen", hat der Verband zwar ganz konservativ seine Pressemitteilung betitelt. Wirklich interessant wird die Umfrage aber in Details, die dieser Aussage widersprechen.

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