Donnerstag, 20. September 2018

Ex-US-Präsident will moderieren Obamas verhandeln mit Netflix über eigene TV-Show

Ex-US-Präsident Barack Obama hat Übung im Interviews geben - nun könnte er zum Fragesteller werden

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama befindet sich laut einem Bericht der "New York Times" in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Netflix Börsen-Chart zeigen über eine eigene Show. Eine solche Serie könnte ihm über den weltgrößten Streamingdienst und dessen 118 Millionen Abonnenten eine globale Plattform verschaffen, berichtete die Zeitung. Sie beruft sich auf Teilnehmer an den Verhandlungen, die allerdings noch nicht abgeschlossen seien.

Obama wolle mit der geplanten Show nicht direkt auf die Politik seines Nachfolgers Donald Trump reagieren, schreibt die "New York Times" weiter. Themen könnten allerdings maßgeblich die Felder sein, die Obama auch als Präsident am Herzen gelegen hätten, etwa Gesundheitspolitik, Einwanderung oder das Wahlrecht. Auch seine Frau Michelle Obama solle teilnehmen.

Die Obamas haben sich nach ihrem Abschied aus dem Weißen Haus öffentlich sehr zurückgehalten. Sie leben zwar weiterhin in Washington, sind dort aber kaum zu sehen. Mit Spannung war deshalb ein Auftritt von Barack Obama in David Lettermans neuer Talkshow "My Next Guest Needs No Introduction" erwartet worden - sie läuft bei Netflix.

Erst Memoiren in Buchform, dann möglicher TV-Einstieg

In der Sendung kritisierte Obama auch den Sender Fox News für seine parteiisch gefärbten Nachrichten: "Wenn Sie Fox News schauen, leben Sie auf einem anderen Planeten." Ein Deal mit Netflix könnte deshalb auch als mediale Gegenoffensive zu Fox News oder Breitbart, der ultrakonservativen News-Website, die unter Steve Bannon zum Leitmedium für das rechte Lager in den USA aufstieg, verstanden werden.

Vor dem möglichen Schritt zum Streaming sind sowohl Michelle als auch Barack Obama aber noch mit einem anderen Medium beschäftigt: Beide verfassen zurzeit ihre Memoiren. Berichten zufolge sollen sie für ihre Bücher gemeinsam mehr als 60 Millionen Dollar erhalten haben.

Barack Obamas Präsidentschaft wurde von sozialen Medien ebenso geprägt wie er sie seinerseits zu nutzen wusste. Nach Ansicht der "New York Times" böte ihm eine Show bei Netflix die perfekte Möglichkeit, im visuellen Zeitalter seine Botschaften weiterhin unterzubringen.

Netflix gehört auch in Deutschland zu den am stärksten vertretenen Abrufportalen von Filmen, Serien und Dokumentationen im Netz. Wie viele Deutsche den Dienst abonniert haben, ist jedoch nicht bekannt, da das Unternehmen keine regionalen Daten bekannt gibt und auch keine Zahlen über die Nutzung einzelner Sendungen. An Eigenproduktionen aus Deutschland hat Netflix bisher die Serie "Dark" aufgelegt.

wed/dpa, mit Material von Hannah Pilarczyk/Spiegel Online

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