Donnerstag, 30. Juni 2016

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Schweiz wollte helfen Athen ignoriert 800 Millionen Euro Schwarzgeld

Mindestnes 800 Millionen Euro haben Griechen in die Schweiz gebracht, ein Großteil der Zinsen dürften die Griechen nicht versteuert haben

Jede Regierung in Griechenland hat in der Vergangenheit betont, man wolle größere Vermögen stärker besteuern und Steuerflucht besser bekämpfen. So ernst darf man diese Ankündigungen wohl nicht nehmen, auch wenn es griechischen Behörden an Steuerfahndern fehlt.

Schließlich ist es zum einen auch das Ergebnis politischer Entscheidungen, nicht mehr Steuerfahnder einzustellen. Zum anderen lässt Athen sich Steuernachzahlungen auf ein 800 Millionen Euro hohes Vermögen griechischer Bürger in der Schweiz wider besseren Wissens entgehen:

Wie die Zeitung "Welt" am Sonntag berichtet, liegt schon seit Februar 2014 ein Angebot des Schweizer Staatssekretariats für internationale Finanzfragen vor, Schwarzgeld reicher Griechen aufzuspüren und nach Athen zu überweisen. Der griechische amtierende Finanzminister Varoufakis und auch seine Vorgänger hätten sich aber nie gemeldet, wie die Behörde bestätigt habe.

Nach Statistiken der Schweizer Notenbank sind rund 800 Millionen Euro griechisches Vermögen in der Schweiz. Diese Zahl wurde Ende 2013 ermittelt.

Ein großer Teil der Zinseinnahmen auf dieses Geld dürfte unversteuert geblieben sein. Mittlerweile könnte es um noch mehr Geld gehen, weil viele Griechen in der aktuellen Krise ihre Bankkonten leergeräumt haben.

Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version der Meldung hatte manager magazin online "800 Milliarden Euro" geschrieben. Diese Zahl geht auf eine von der dpa verbreitete Falschmeldung der "Welt" zurück.

rei mit Material von dpa

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