Montag, 22. Januar 2018

Demokraten holen überraschend Senatssitz Debakel in Alabama lässt Trumps Mehrheit wanken

Demokrat Doug Jones

Debakel für die Republikaner von US-Präsident Donald Trump: Der Demokrat Doug Jones hat den Republikanern den Senatssitz des konservativen US-Bundesstaates Alabama abgejagt. Die Republikaner haben im Senat nur noch eine Mehrheit von 51 zu 49 Stimmen. Für Trump dürfte es schwieriger werden, wichtige Vorhaben durch das Parlament zu bekommen.

Jones, ein 63-jähriger früherer Staatsanwalt, gewann in der Nachwahl gegen den von Trump unterstützten, erzkonservativen Republikaner Roy Moore. Trump gratulierte Jones per Twitter zum Sieg. Die Republikaner würden in sehr kurzer Zeit noch einmal eine Chance haben, diesen Sitz im Senat zu erobern, schrieb Trump. "Es endet nie!"

Beide Kandidaten hatten in den letzten Umfragen nahezu gleichauf gelegen. Die republikanische Partei war bei Moores Kandidatur gespalten, denn dem 70-jährigen früheren Richter am Obersten Gericht Alabamas wird vorgeworfen, vor Jahrzehnten Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Moore weist dies zurück. Trotz der Vorwürfe und des Abrückens republikanischer Politiker hatte Trump an Moore festgehalten. "WÄHLT ROY MOORE", hatte Trump die Wähler per Twitter aufgefordert.

Sehen Sie auch: Wie der demokratische Außenseiter in Alabama gewann

Video abspielen
Video anzeigen Video ansehen
Bild: REUTERS

Jones, der anfangs in Umfragen deutlich hinter Moore zurückgelegen hatte, machte nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe den Wahlkampf zu einem Referendum über Anstand und Ehrsamkeit.

Jones ist der erste Demokrat in einem Vierteljahrhundert, der einen Senatssitz für Alabama erobern konnte. Dieser war freigeworden, als der frühere Inhaber Jeff Sessions, ein Republikaner, zum Justizminister ernannt wurde.

nis/afp

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH