Samstag, 3. Dezember 2016

Schlappe für Lufthansa Air Berlin und Etihad dürfen länger zusammen fliegen

Enge Kooperation: Etihad Airways und Air Berlin

Erfolg für die Deutschlands zweitgrößte Fluglinie: Air Berlin darf die Gemeinschaftsflüge mit dem Mutterkonzern Etihad erst mal fortsetzen.

Etihad Airways kann seine umstrittenen Code-Share-Flüge mit Air Berlin im aktuellen Winterflugplan weitgehend fortsetzen. Das entschied das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg.

Wie das Gericht am Mittwochabend mitteilte, muss das Luftfahrt-Bundesamt die Genehmigung für 26 Strecken mit Auslandszielen für die restliche Dauer des Winterflugplanes bis zum 26. März 2016 erteilen. Für fünf innerdeutsche Strecken wurde der Antrag von Etihad hingegen abgelehnt.

Gemeinschaftsflüge von Air Berlin und Etihad sollen verboten werden, weil sie nicht von einem internationalen Abkommen gedeckt sind. Die zweitgrößte deutsche Fluglinie und ihr Mutterunternehmen wehren sich dagegen gerichtlich und versuchen, Einfluss auf die Bundesregierung zu nehmen.

Für Lufthansa als größte deutsche Fluggesellschaft ist das eine Niederlage. Denn vor allem ihrer Lobbyarbeit war es zu verdanken, dass die Code-Share-Flüge über das Luftfahrt-Bundesamt untersagt worden waren. Staatliche gestützte Fluggesellschaften aus den Emiraten sind einer der größten Wettbewerber der Lufthansa auf der lukrativen Langstrecke.

Die Flüge sind grundsätzlich in einem Vertrag zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten geregelt. Passagiere können die Strecken bei beiden Unternehmen unter einer eigenen Nummer (Code) buchen, aber nur eine Airline bedient die Strecke auch. Beide Länder verhandeln über eine Neuregelung des Abkommens, bislang aber ergebnislos.

Etihad hatte beim Luftfahrt-Bundesamt 83 Gemeinschaftsflüge mit Airberlin beantragt. Ein Großteil davon ist durch das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgedeckt und vom Luftfahrt-Bundesamt genehmigt, das seinen Sitz in Braunschweig hat.

Für die restlichen Flüge wurde in Oktober "letztmalig und befristet" eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Das Verwaltungsgericht Braunschweig wies im Dezember einen Eilantrag von Etihad ab, die Codeshare-Flüge noch bis Ende des Winterflugplans zu genehmigen. Etihad mit Sitz in Abu Dhabi ist seit 2012 mit knapp einem Drittel an Airberlin beteiligt.

rei/ade/dpa

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