Freitag, 22. September 2017

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Mitgliederrekord und ein Problem 20 Millionen ADAC-Mitglieder lassen Skandal vergessen

Wieder obenauf: Der ADAC hat so viel Mitglieder wie nie in seiner Geschichte

Der "Gelber Engel"-Skandal ist abgehakt: Der ADAC hat die Marke von 20 Millionen Mitgliedern geknackt. Beim Blick auf die Mitgliederstruktur wird allerdings ein Problem des weltweit zweitgrößten Automobilclubs deutlich.

Der ADAC hat die Marke von 20 Millionen Mitgliedern überschritten. Wie der größte Verein Deutschlands am Freitag in München mitteilte, zählte er Ende August 20,04 Millionen Mitglieder. Der ADAC-Skandal um Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" vor mehr als drei Jahren hat das Wachstum nur vorübergehend gebremst.

Der ADAC ist nach eigenen Angaben der zweitgrößte Automobilclub der Welt und hat auch politisch großes Gewicht. Seine Kunden sind oft lange bei der Autofahrer-Lobby. Im Schnitt bleiben Mitglieder dem Verein 21 Jahre treu.

Das Durchschnittsmitglied ist 50 Jahre alt, 40 Prozent sind den Angaben zufolge Frauen. Dem Automobilclub gehören allerdings etwas mehr über 70-Jährige als unter 30-Jährige an. Mit einer Internet-Kampagne will der ADAC mehr jüngere Menschen an sich binden.

Club gehöre mehr 70-Jährige als unter 30-Jährige an

Markenkern des 1903 in Stuttgart als "Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung" gegründeten Vereins ist die Pannenhilfe. Rund 1800 "Gelbe Engel" sind auf den Straßen im Einsatz. Daneben können sich die Mitglieder beim ADAC auch versichern. Die Wirtschaftsaktivitäten sind aber seit Januar vom Verein getrennt in einer Aktiengesellschaft gebündelt, um dem ADAC den Vereinsstatus zu erhalten.

In die negativen Schlagzeilen geriet der ADAC im Jahr 2014. Damals wurde bekannt, dass beim Autopreis "Gelber Engel" Abstimmungen manipuliert worden waren. Der damalige Präsident Peter Meyer trat daraufhin zurück, ebenso Ex-Geschäftsführer Karl Obermair und der Sprecher Michael Ramstetter.

Der Skandal bewog den Autofahrerclub, grundlegende Reformen anzustoßen, um die kommerziellen Tochterfirmen strikter vom Verein zu trennen, mehr Transparenz zu schaffen und Interessenskonflikte zu vermeiden - etwa durch Tests von Produkten, die der ADAC selbst verkaufte.

In der Folge des Skandals verließen in dem Krisenjahr eine halbe Millionen Menschen mehr den Verein als im Jahr zuvor. Davon hat sich der ADAC schnell erholt.

rei/dpa

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