Dienstag, 20. November 2018

Konkurrenz für USA Russland und China wollen neuen Rating-Riesen schaffen

Russischer Finanzminister Siluanow: "Wollen, dass Ratings apolitisch sind"

China und Russland rütteln am Meinungsmonopol der US-Ratingagenturen. Bislang dominieren die Nordamerikaner den Weltmarkt für Bewertung von Anleihen, jetzt halten die beiden neuen Partner dagegen.

Hamburg - Russland und China haben ein Abkommen zur Gründung einer gemeinsamen Ratingagentur unterzeichnet. Das gab Russlands Finanzminister Anton Siluanow am Dienstag während seiner China-Reise bekannt.

Die Agentur werde nach dem Vorbild der bestehenden Firmen gebaut und zunächst gemeinsame Investitionsprojekte bewerten, sagte er. "Wir wollen, dass die Ratings apolitisch sind."

Marktbeobachter vermuten hinter der Gründung jedoch auch politische Motive. Bislang dominieren die USA den Weltmarkt für die Bewertung von Anleihen, besonders die US-Agenturen Standard & Poor's und Moody's. Viel Einfluss hat auch die Agentur Fitch.

Standard and Poor's hatte seine Bewertung für Russlands Bonität zuletzt deutlich gesenkt. Die Herabstufung erfolgte kurz nachdem Russland die Halbinsel Krim besetzt hatte.

Auch in Europa gab es jahrelang Diskussionen um eine eigene Ratingagentur, die von den US-Agenturen unabhängige Urteile zu liefern. Entsprechende Pläne wurden inzwischen aber begraben.

ssu/ak/spon/reuters

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