Freitag, 16. November 2018

Musikgeschäft "Das Öl des digitalen Zeitalters"

Musikgenuss: Die Branche hofft auf wieder bessere Zeiten

Das Internet hat den weltweiten Musikmarkt fast die Hälfte seiner Umsätze gekostet. Doch damit soll nun Schluss sein, erstmals wuchs die Branche 2012 wieder. Im Interview mit manager magazin erklärt Sony-Music-Chef Edgar Berger den Niedergang des Geschäfts für beendet.

Hamburg - Zum ersten Mal nach einem zwölfjährigen Schrumpfungsprozess ist der Weltmusikmarkt 2012 wieder gewachsen, wenn auch nur um 0,3 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. In der Branche herrscht dennoch große Zuversicht, dass die Wende zum Wiederaufschwung vollzogen sei. In einem Interview mit dem manager magazin (Erscheinungstermin: 19. April) sagt der Deutsche Edgar Berger (46), President und Chief Executive Officer von Sony Music, außerhalb der USA: "Die Erkenntnis setzt sich durch: Musik ist das Öl des digitalen Zeitalters." Er sei "extrem zuversichtlich, dass die Krise hinter uns liegt".

Wachstum verspricht sich Sony Music, die weltweite Nummer zwei hinter Universal, vor allem durch die breitere und einfachere Verfügbarkeit von Musik: "iTunes zum Beispiel ist mittlerweile in mehr als 100 Ländern etabliert", sagt Berger, "das sind fünfmal so viele wie 2011". Darüber hinaus wurden allein im vergangenen Jahr 700 Millionen Smartphones verkauft, "mehr als die Hälfte von ihnen", so Berger, "hat eine Musik-App".

Hoffnung liegt auch auf Spotify & Co

Zähle man das neue Angebot von Abonnementdiensten wie Spotify, Deezer und Simfy hinzu ("Hier kann man zum Gegenwert von drei Latte macchiato einen Monat lang sämtliche Songs der Welt anhören") sei der Konsum von Musik inzwischen so billig und "durch die Cloud so problemlos, dass es sich nicht lohnt, sie illegal zu besorgen".

Den Rückgang des Musikmarkts auf fast die Hälfte seines Volumens hätten die großen Anbieter auch selbst zu verantworten: "Gegen Konsument und technischen Fortschritt lässt sich ein traditionelles Geschäftsmodell nicht verteidigen. Wir hätten schneller Angebote machen sollen. Es war ein weiter Weg zum Verkauf oder sogar zur Vermietung einzelner Songs. Heute ist die Musikbranche führend. Fast 40 Prozent des Handelsumsatzes sind digital."

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