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28.03.2013
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Trotz Finanzkrise
Türkei warnt Zypern vor Ausbeutung der Gas-Bonanza

Gasförderung in der Nordsee: Türkei pocht auf Förderrechten vor Zypern

Gasförderung in der Nordsee: Türkei pocht auf Förderrechten vor Zypern

Die Katastrophe der Zyprer stört die Türkei bisher nicht. Stattdessen warnt die türkische Regierung nun die Zyprioten, die Ausbeutung von Gasvorkommen im Mittelmeer zur Grundlage ihrer finanziellen Sanierung zu machen. Denn auf diese Gasvorkommen spekuliert auch die Türkei.

Zypern kann derzeit offenbar mit keiner Hilfe der Türkei zur Lösung der eigenen Finanzprobleme rechnen. Im Gegenteil: Türken in Istanbul zeigen offene Schadenfreude über die Krise der bisher als wohlhabend und arrogant empfundenen griechischen Zyprer. Dass aus Ankara ein Angebot zur Einführung der Türkischen Lira gemacht wurde, wird in Nikosia als hämische Provokation bezeichnet.

In scharfer Form hat die türkische Regierung nun Zypern davor gewarnt, die Finanzkrise mit dem Verkauf der zwischen beiden Seiten beanspruchten Gasvorkommen bewältigen zu wollen; 2011 war ein Erdgasvorkommen unter dem Meeresboden südlich von Zypern entdeckt worden. Vorschläge in diese Richtung waren bei den gescheiterten Bemühungen Nikosias um Rettungsgelder aus Russland laut geworden.

Die Türkei sei entschlossen, die eigenen Rechte und die Interessen der türkischen Zyprer auf der geteilten Insel zu schützen, teilte das Außenministerium in Ankara dazu mit. Die Idee der griechischen Zyprer, Werte aus Bodenschätzen der Insel in einen Rettungsfonds einzubringen, habe "grundlegende Rechte der türkischen Zyprer, die Mitbesitzer der Insel sind", ignoriert, warnte das Ministerium. Die Überlegungen seien Ausdruck einer gefährlichen Illusion, alleiniger Besitzer der Insel zu sein, was zu einer neuen Krise in der Region führe könne.

Türkei gibt sich kompromisslos

Bei der Ausbeutung der Gasvorkommen hat die Republik Zypern bisher auf eine Zusammenarbeit mit Israel gesetzt. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel lagen bis vor wenigen Tagen auf Eis, nachdem das israelische Militär die türkische Seefähre "Mavi Marmara" auf Fahrt Richtung Gazastreifen gestürmt und Soldaten neun türkische Aktivisten getötet hatten.

Die Entschuldigung des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu für den Angriff hat die Weichen für eine Versöhnung mit der Türkei gestellt. Für Gasgeschäfte der Republik Zypern mit Israel, die sich offen gegen erklärte Interessen der Türkei richten, könnte sich die politische Wende als schlechte Nachricht erweisen.

Ankara hat deutlich gemacht, dass im Streit ums Gas alle Register gezogen werden. Das bekam am Mittwoch auch der italienische Gasversorger ENI zu spüren. Weil das Unternehmen Pläne für eine Ausbeutung der Gasvorkommen vor Zypern vorantreibe, habe Ankara alle geplanten Projekte mit ENI in der Türkei gestoppt, teilte der türkische Energieminister Taner Yildiz mit.

kst/dpa-afx

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