Mittwoch, 27. Mai 2015

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Zypern Stichwahl im Zeichen der Krise

Zypern: Ohne EU-Hilfe geht nichts mehr

Im hoch verschuldeten Euro-Land Zypern hat die zweite und entscheidende Runde der Wahl eines neuen Präsidenten begonnen. Auf den Wahlsieger kommt die Aufgabe zu, mit den Geldgebern von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds die Bedingungen für ein milliardenschweres Hilfspaket auszuhandeln.

Nikosia - Vor dem Hintergrund eines möglichen Staatsbankrotts hat in Zypern am Sonntag die zweite Runde zur Wahl eines neuen Präsidenten begonnen. Klarer Favorit der Stichwahl ist der Chef der konservativen Demokratischen Sammlungsbewegung (Disy), Nikos Anastasiades. Der Oppositionspolitiker erreichte im ersten Wahlgang vor einer Woche gut 45 Prozent der Stimmen.

Sein Gegenkandidat, der von der regierenden Linkspartei Akel des scheidenden Präsidenten Demetris Christofias unterstützte parteilose frühere Gesundheitsminister Stavros Malas, kam nur auf knapp 27 Prozent der Stimmen. Die Wahllokale schließen um 17.00 Uhr MEZ. Etwa eine Stunde später wird das Ergebnis der Stichwahl erwartet. In Zypern herrscht Wahlpflicht, und theoretisch sind Bußgelder von mehreren hundert Euro möglich. Das entsprechende Gesetz wird jedoch zunehmend seltener angewandt.

Zypern hatte im Juni eine Anfrage auf Hilfe aus dem Eurorettungsfonds gestellt und benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Euro, vor allem für seine angeschlagenen Banken. Erhält der Staat keine Hilfe, droht ihm die Pleite. Der 66-jährige Anastasiades hatte sich im Wahlkampf für strikte Sparmaßnahmen ausgesprochen, um Vorgaben der internationalen Gläubiger zu erfüllen. Der 45-jährige Malas trat dagegen für eine Entschärfung der Sparauflagen ein.

got/afp/rtr

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