Dienstag, 26. Mai 2015

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Sanierungsbeitrag Russische Millionäre sollen Zypern retten

Präsidentschaftspalast in Nikosia: Zypern benötigt Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds

Das finanziell angeschlagene Zypern braucht dringend Geld. An den Kosten des geplanten Hilfspakets sollen sich laut einem Bericht ausländische Investoren beteiligen. Über Steuererhöhungen sollen auch reiche Russen zur Rettung des Inselstaats beitragen.

Brüssel - Die Euro-Zone will Zeitungsberichten zufolge reiche Bürger und Konzerne mit Geldanlagen in Zypern an den Kosten des geplanten Hilfspakets für den Inselstaat beteiligen. Es werde geprüft, wie ein Sanierungsbeitrag privater Kontoinhaber und Bankgläubiger, viele von ihnen aus Russland, aussehen könnte, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Im Gespräch seien etwa höhere Steuern auf Unternehmensgewinne, Kapitalerträge und Grundbesitz sowie eine Vermögensteuer.

Zypern hatte im Juni eine Anfrage auf Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds gestellt und benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Euro, davon soll ein Großteil an angeschlagene Banken der Insel fließen. Der Antrag ist jedoch umstritten. Dem Land wird besonders in Deutschland vorgeworfen, nicht entschieden gegen Steuerbetrug und Schwarzgeld etwa aus Russland vorzugehen.

Der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Meister (CDU), sagte der "Rheinischen Post", Zyperns Leistungsbilanz weise "hohe Auslandsinvestitionen in Russland auf". Der Abfluss des Gelds könne aber gestoppt werden. Es sei zudem "nicht ausgeschlossen, dass Russland kurzfristig mit einem Überbrückungskredit einspringt", sagte Meister.

mahi/afp

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