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19.02.2013
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Zoff um Banker-Boni
Schäuble lässt Briten Hintertür offen

Londoner City: Den Briten soll ein Schlupfloch für Großbanken gewährt werden
DPA

Londoner City: Den Briten soll ein Schlupfloch für Großbanken gewährt werden

Die Gier der Banker gilt als ein Auslöser der Finanzkrise. Die EU will deswegen Exzesse bei Bonuszahlungen eindämmen. Doch das Vorhaben stößt auf Gegenwehr, besonders in der Finanzmetropole London. Nun ist Deutschland offenbar zu Zugeständnissen bereit.

Düsseldorf - Beim zähen Ringen um neue Regeln für Banken kommt Deutschland Großbritannien einem Pressebericht zufolge offenbar etwas entgegen. Um die neuen Vorgaben für Kreditinstitute endlich durch die EU-Gremien zu bringen, sei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bereit, den Briten bei der Deckelung für Boni eine Hintertür zu öffnen.

"Wenn eine Bank ihre Manager bei einer Tochter außerhalb der EU anstellt und von dort an einen Standort in der EU 'ausleiht', dann darf sie diesem Manager weiterhin unbegrenzt Boni zahlen", berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf ein Forderungspapier des britischen EU-Botschafters.

In dem Papier heißt es, dass "Töchter oder Geschäftszweige von EU-Firmen außerhalb Europas nicht dazu verpflichtet werden sollten, eine Obergrenze für die Gesamtentlohnung ihrer Angestellten anzuwenden". Für die Londoner City dürfte es kein Problem sein, Bonus-Zahlungen über außereuropäische Umwege abzuwickeln. Britische Großbanken wie Barclays oder HSBC verfügen über bedeutende Töchter insbesondere in ehemaligen britischen Kolonien wie Hongkong. Bisher stößt die Boni-Begrenzung auf starken britischen Widerstand. London ist der wichtigste Finanzplatz in der EU, dort werden die höchsten Boni gezahlt.

Bonus darf Fixum nicht übersteigen

Sollte es wie in Diplomatenkreisen erwartet am heutigen Dienstag zu einer Einigung zwischen Parlament, Finanzministerrat und Kommission in Sachen Boni kommen, wäre ein monatelanger Streit beendet. Die Gremien werden sich aller Voraussicht nach darauf einigen, dass die Bonuszahlungen das eigentliche Gehalt nicht übersteigen dürfen. Nur wenn Aktionäre auf der Hauptversammlung oder der Eigentümer zustimmen, sollen noch Extra-Vergütungen erlaubt sein, die doppelt so hoch sind wie das Grundgehalt.

Die Regeln könnten Anfang 2014 greifen - ein Jahr später als zunächst geplant. Sie sind Teil der schärferen Kapitalvorschriften für die Finanzbranche namens "Basel III", auf die man sich international verständigt hat. Diese sollen Schieflagen von Banken künftig verhindern. Es wäre das erste Mal in der Europäischen Union, dass es für Bonuszahlungen eine absolute Grenze gibt. Hohe Boni gelten als Mitauslöser der weltweiten Krise, weil sie die Banker für riskante Geschäfte belohnten und damit die falschen Anreize setzten.

mahi/dpa-afx

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