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10.02.2013
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Starker Euro-Kurs
Die Alarmglocken schrillen lauter

Legt an Wert zu: Der Euro gewann zuletzt gegenüber Dollar und Yen
DPA

Legt an Wert zu: Der Euro gewann zuletzt gegenüber Dollar und Yen

Die deutsche Exportwirtschaft und die EU-Kommission sehen die leichte Entspannung bei der Euro-Krise zunehmend durch das hohe Kursniveau der Währung gefährdet. Vor allem die kriselnden Südstaaten könnten die Entwicklung bald nicht mehr verkraften.

Berlin/Rom - EU-Währungskommissar Olli Rehn hat vor den Folgen eines überhöhten Euro-Wechselkurses gewarnt. "Eine Anhebung des Euro-Wechselkurses wäre vor allem für die südlichen Euroländer sehr schädlich", sagte Rehn dem österreichischen Magazin "Profil". "Deutschland, Österreich, Niederlande, Finnland könnten das noch verkraften. Aber die südlichen Länder würden Probleme bei ihren Exporten in andere Teile der Welt bekommen."

Auf die Gefahr eines "Währungskrieges" zulasten der Eurozone angesprochen, sagte Rehn: "Ich erkenne die Gefahr einer kompetitiven Abwertung. Wir haben erst kürzlich die Regierung Japans vor entsprechenden Schritten Richtung Abwertung des Yen gewarnt."

Zugleich forderte er Reformen im Weltwährungssystem, "damit es nicht zu negativen Einflüssen auf den Welthandel kommt". Notwendig sei auch bessere Koordinierung in Währungsfragen im Rahmen von G7, G20 oder IWF.

Auch in der deutschen Exportindustrie wächst die Sorge vor den Folgen der Währungspolitik Japans. "Wir sehen durchaus die Gefahr, dass japanische Unternehmen wegen der veränderten Wechselkurse deutschen Exporteuren zunehmend Marktanteile streitig machen können", sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner, der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Der deutsche Handel missbillige, dass die japanische Regierung die Unabhängigkeit der Notenbank quasi aushebele und die Märkte mit Yen flute.

Rehns klare Botschaft an Italien

Derweil hat die Eurozone nach Einschätzung des finnischen EU-Kommissars in der Schuldenkrise das Schlimmste hinter sich. "Die Krise wirft einen langen Schatten, vor allem was die sozialen Folgen betrifft", sagte Rehn. "Aber das Horrorszenario, also der Zerfall der Eurozone, ist gebannt." Allerdings mahnte er, dass die Eurostaaten weiter an der Sanierung ihrer Haushalte arbeiten und strukturelle Reformen vorantreiben müssten.

Wie nervös die Finanzmärkte weiterhin reagierten, habe sich erst in der vergangenen Woche gezeigt, als der spanische Skandal um angebliche schwarze Kassen der regierenden Volkspartei (PP) sowie die nahenden italienischen Parlamentswahlen in den Fokus der Investoren gerieten. "Die Märkte haben sofort reagiert, und die Zinsen für die Staatsanleihen der beiden Länder sind wieder in die Höhe geschnellt", sagte Rehn. "Das sollte uns daran erinnern, dass wir den Kampf gegen die Krise noch nicht gewonnen haben."

Mit Blick auf Italien mahnte der EU-Kommissar: "Welche Farbe die neue Regierung in Italien auch haben wird, es ist wichtig, dass sie den Reformkurs beibehält. Sie darf sich nicht zurücklehnen." Damit reagierte Rehn offenkundig auch auf die jüngsten Eskapaden von Ex-Premier Silvio Berlusconi, der eine lasche Haltung gegenüber Steuersündern propagiert.

Auch nach Ansicht des Präsidenten der italienischen Zentralbank, Ignazio Visco, steht das Land weiterhin im Blick der internationalen Märkte. "Italien darf nicht nachlassen, die Überwindung der Krise erfordert weitere Anstrengungen", sagte er am Samstag bei einem Kongress in Bergamo, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Die Aufmerksamkeit der internationalen Investoren liege weiterhin darauf, ob in Italien ein Gleichgewicht der Staatsfinanzen herstellen könne, betonte Visco. Experten werten die Parlamentswahlen am 24. und 25. Februar als Risiko, da unklar ist, ob die neue Regierung den eingeschlagenen Spar- und Reformkurs fortsetzt.

nis/dpa-afx/rtr

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