28.01.2013
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Französischer Vorstoß
Islamisten geben Timbuktu auf

Geisterstadt: Islamisten und Bewohner haben Timbuktu verlassen
AFP

Geisterstadt: Islamisten und Bewohner haben Timbuktu verlassen

Die größten Städte Nordmalis werden von französischen und malischen Regierungstruppen kontrolliert. Nach Gao eroberte die Allianz auch Timbuktu kampflos. Frankreich warnt jedoch vor einer Rückkehr der Islamisten.

Bamako/Paris - Nach ihrem Vormarsch in Richtung der malischen Stadt Timbuktu kontrollieren die französischen und malischen Truppen mittlerweile den Zugang zu der historisch bedeutenden Oasenstadt. Auch der Flughafen sei unter Kontrolle, teilte der Führungsstab der Streitkräfte in Paris am Montag mit. Die französischen und afrikanischen Streitkräfte hätten nun die Kontrolle über das Gebiet zwischen den beiden Islamistenhochburgen Gao und Timbuktu. "Schritt für Schritt wird Mali befreit", erklärte Außenminister Laurent Fabius.

Die Truppen seien auf keinerlei Widerstand der Islamisten getroffen, sagte ein ranghoher Offizier der malischen Armee der Nachrichtenagentur AFP. "Es gibt kein Sicherheitsproblem in der Stadt", fügte er hinzu. Bereits am Freitag hatten verschiedene Medien berichtet, die Rebellen hätten die Stadt mitsamt vielen der verbliebenen Bewohner verlassen, nachdem französische Angriffe ihre Treibstofftanks getroffen und damit die Energieversorgung mit Dieselgeneratoren lahmgelegt hatten. Timbuktu gleiche einer Geisterstadt, hieß es unter Berufung auf Einwohner.

Der Eroberung vorausgegangen war in der Nacht eine Boden- und Luftoffensive im Kampf gegen die Islamisten. Nach Angaben der französischen Armee wurde die Offensive durch Patrouillen französischer Jagdflugzeuge sowie durch Fallschirmjäger und Hubschrauber unterstützt.

Sie hätten den Auftrag, eine Flucht der Feinde zu verhindern. Die Franzosen kämpfen seit mehr als zwei Wochen an der Seite von malischen Streitkräften gegen islamistische Extremisten im Norden des westafrikanischen Landes. Am Wochenende hatten die Truppen bereits die wichtige Stadt Gao erobert. "Die terroristischen Gruppen verfolgen eine Strategie des Ausweichens und manche von ihnen könnten im Norden zurückkehren", warnte Frankreichs Außenminister Fabius im Fernsehen.

Ebenfalls am Montag meldete die Tuareg-Rebellengruppe MNLA, die dritte wichtige nordmalische Stadt Kidal erobert zu haben. Die säkulare MNLA hatte Anfang 2012 die Regierungstruppen aus allen Zentren im Norden vertrieben und einen unabhängigen Staat namens Azawad ausgerufen, war dann aber von des islamistischen Gruppen Ansar Din, Mujao und Aqmi verdrängt worden. Ansar Din hat sich unter dem Eindruck des französischen Vorstoßes gespalten, eine Gruppe distanziert sich nun vom Dschihad.

Offenbar historische Bibliothek in Welterbestadt Timbuktu angezündet

Der Präsident Malis hat die Einnahme der Wüstenstadt Timbuktu durch die malischen und französischen Streitkräfte bestätigt. Die französisch-malischen Truppen seien in Timbuktu und durchkämmten seit der Nacht die Stadt, heißt es in einer Mitteilung der Präsidentschaft Malis im Nachrichtenkurzdienst Twitter vom Montag. Neun weitere westafrikanische Staaten haben Truppen zugesagt, Soldaten aus Tschad und Nigeria kämpfen bereits mit.

Die Rebellen haben in Timbuktu offensichtlich eine Bibliothek mit wertvollen historischen Manuskripten zerstört. Die Terroristen hätten das Gebäude des Instituts Ahmed Baba im Zuge des Vormarsches der malischen und französischen Truppen angezündet, sagte der nach Bamako geflohene Bürgermeister Hallé Ousmane Cissé unter Berufung auf einen zurückgebliebenen Stadtvertreter.

"Das ist eine Katastrophe für Timbuktu und die ganze Menschheit." Ein junger Mann, der öffentlich seine Freude über das Vorrücken der Franzosen zum Ausdruck gebracht habe, sei zudem erschossen worden, berichtete der Bürgermeister.

Timbuktu, auch "Perle der Wüste" genannt, liegt rund 700 Kilometer nordöstlich von Bamako. Neben drei großen Moscheen gibt es dort jahrhundertealte Friedhöfe und Mausoleen. Seit 1988 zählen sie zum Weltkulturerbe der Unesco; 2012 hatten die Islamisten jedoch mehrere geschützte muslimische Heiligengräber in der Altstadt zerstört.

ak/afp/dpa/rtr

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