Freitag, 6. März 2015

Pensionszahlungen Rentenversicherung hortet 30-Milliarden-Schatz

Milliarden von Millionen: Deutsche Rentenversicherung schraubt Rücklagen dank zusätzlicher Beitragszahler in die Höhe

Es klingt wie eine gigantische Summe für Deutschlands Rentner: Nach Medieninformationen verfügt die deutsche Rentenversicherung über ein riesiges 30-Milliarden-Polster - so viel, wie nie zuvor. Doch der Schatz reicht gerade einmal, um Deutschlands Rentner sechs Wochen lang zu bezahlen.

Stuttgart - Zahlen täuschen bisweilen höheren Reichtum vor, als die Summe an Sicherheit bietet. Das trifft vielleicht auch auf die neuesten Daten über die Höhe des Rücklagenbergs der deutschen Rentenversicherung zu: Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" betrug die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage im Dezember vergangenen Jahres 29,42 Milliarden Euro - fünf Milliarden Euro mehr als im Vorjahr und so viel wie nie zuvor in der bundesdeutschen Geschichte. "Selten ging es der Rentenversicherung so gut wie heute", sagte der Sozialexperte Peter Weiß (CDU) dann auch der Zeitung.

Den Rekord möglich machte die verbesserte Lage für viele Hunderttausend Deutsche, die in den vergangenen Jahren einen neuen Job hierzulande gefunden oder überhaupt erstmals eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ergriffen haben. Die Arbeitslosenquote fiel seit dem Jahr 2005 von mehr als 10 Prozent auf aktuell 6,8 Prozent. Zugleich stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland in dieser Zeit um rund zwei Millionen auf zuletzt 41,5 Millionen. Ebenfalls ein Rekord, und all die neuen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten darunter zahlen in die gesetzliche Rentenkasse ein. Entsprechend gut steht die dann jetzt auch da.

Der Rücklagenrekord der deutschen Rentenversicherung täuscht allerdings darüber hinweg, dass die Riesensumme auch für Millionen Rentner hierzulande reichen muss. Und das tut sie im Moment gerade für 1,69 Monate. Vor Jahrzehnten war der Rentenversicherung noch vorgeschrieben worden, so viel Geld auf der hohen Kante zu haben, dass davon drei Monate lang die Pensionen an die Rentner überwiesen werden können.

Würde dieser Wert heute noch gelten, müssten die Zwangsabgaben für die Rentenversicherung der heute arbeitenden Generation drastisch angehoben werden - entsprechend in die Höhe schössen die Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber, unter Umständen sausten die Konsumausgaben der Jobgeneration parallel in die Tiefe.

Um genau den gegenteiligen Effekt zu erreichen - Entlastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer - wird die deutsche Rentenversicherung deshalb im laufenden Jahr wohl mit keinem weiteren Anstieg ihres Rücklagenbergs rechnen können, im Genteil: Da der Beitragssatz zu Jahresbeginn von 19,6 auf 18,9 Prozent des Bruttoeinkommens gesenkt wurde, ist davon auszugehen, dass die Rücklage im Jahresverlauf schmilzt.

kst/dapd/rtr

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