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20.01.2013
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Amenas-Gasfeld
Geiseldrama endet mit vielen Toten

Algerische Sicherheitskräfte in Amenas: Die Geiselnahme auf dem Gasfeld kostete viele Menschen das Leben
AP/ Xinhua

Algerische Sicherheitskräfte in Amenas: Die Geiselnahme auf dem Gasfeld kostete viele Menschen das Leben

Vier Tage nach Beginn der Attacke auf ein Gasfeld in Algerien haben Sicherheitskräfte die letzten Angreifer getötet und das Geiseldrama damit beendet. Mindestens 55 Menschen kamen seit Mittwoch ums Leben - die tatsächliche Zahl der Toten könnte noch höher liegen.

Algier - Bei der Erstürmung der Gasanlage am Samstag seien elf Geiselnehmer getötet worden, zuvor hätten diese jedoch ihre sieben letzten Geiseln ermordet, berichtete das Staatsfernsehen. Insgesamt wurden damit 23 Angestellte und 32 Angreifer getötet, doch warnte die algerische Regierung am Sonntag, dass die Opferzahl weiter steigen könnte.

Der algerische Informationsminister Mohamed Said sagte im Radio, möglicherweise müsse die Zahl der Toten nach oben korrigiert werden. Spezialkräfte hätten damit begonnen, den Industriekomplex zu sichern und nach weiteren Opfern zu durchsuchen. Mehrere Länder meldeten, dass sie noch Staatsbürger vermissten, die auf der Gasförderanlage von Tiguentourine nahe der Grenze zu Libyen arbeiteten. Unklar war unter anderem der Verbleib von zehn Japanern und fünf Norwegern.

Nach Angaben des britischen Premiers David Cameron wurden drei Briten und ein weiterer Einwohner des Landes getötet. Drei weitere Briten seien wahrscheinlich ebenfalls tot, sagte Cameron in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Frankreich, die USA und Rumänien bestätigten jeweils den Tod eines Staatsbürgers. Auch mindestens ein Algerier starb. Deutsche waren nach Angaben des Auswärtigen Amtes von der Geiselnahme nicht betroffen.

Frankreich, Großbritannien und die USA stellten sich nach der Befreiungsaktion klar hinter Algerien. "Die Verantwortung für diese Tragödie bleibt bei den Terroristen, die sie verursacht haben, und die Vereinigten Staaten verurteilen ihre Taten auf das Schärfste", erklärte US-Präsident Barack Obama. Auch Cameron gab den "Terroristen" die Schuld. Frankreichs Präsident François Hollande sagte, die algerische Regierung habe "so angemessen wie möglich" gehandelt.

Eine islamistische Gruppierung hatte am Mittwoch die etwa 1300 Kilometer süd-östlich von Algier gelegene Gasanlage überrannt und hunderte Geiseln genommen. Zuvor töteten sie einen Briten und einen Algerier in einem Bus. Die Gruppe namens Al-Mulathamin (Die mit Blut unterzeichnen) forderten unter anderem den Stopp des französischen Militäreinsatzes in Mali. Sie drohten damit, die Anlage im Falle eines Angriffs in die Luft zu sprengen.

Am Donnerstag unternahmen algerische Sicherheitskräfte einen ersten Befreiungsversuch. Dem Innenministerium zufolge gelang es, insgesamt 685 Algerier sowie 107 Ausländer zu befreien. Bei den Angreifern wurde nach dem Ende der Geiselnahme ein beträchtliches Waffenarsenal gefunden, darunter Maschinengewehre, Granatwerfer, Raketen und Panzerfäuste. Überlebende der Geiselnahme berichteten, die Angreifer hätten ihnen Sprengstoff um den Hals gehängt und sie in mit Sprengfallen präparierte Fahrzeuge gesetzt.

cr/afp

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