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17.01.2013
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Amenas-Gasfeld
Geiselbefreiung kostet viele  Menschenleben

Amenas-Gasfeld in Algerien: Offenbar 34 Tote bislang
AFP/ Kjetil Alsvik/ Statoil

Amenas-Gasfeld in Algerien: Offenbar 34 Tote bislang

Bei einem Militäreinsatz zur Befreiung Dutzender Geiseln auf einem BP-Gasfeld in Algerien sind offenbar mehrere festgehaltene Ausländer getötet worden. Ob bei dem Einsatz alle Geiseln befreit werden konnten, bleibt bislang offen.

Algier/Paris/Oslo - Zu den genauen Zahlen lagen zunächst unterschiedliche Angaben vor. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr am Donnerstag von einem Informanten vor Ort, sechs Ausländer seien bei der Aktion algerischer Soldaten getötet worden und 25 entkommen. Außerdem seien acht der islamistischen Geiselnehmer ums Leben gekommen.

34 getötete Geiseln und 15 getötete Islamisten meldete dagegen die mauretanische Nachrichtenagentur ANI, die in engem Kontakt mit den Geiselnehmern stand. Später meldete die Agentur unter Berufung auf einen der Kidnapper, sieben ausländische Geiseln seien noch am Leben. Angesichts der sich überschlagenden Ereignisse waren die Zahlen zunächst nicht überprüfbar.

Die Geiselnehmer hatten nach eigenen Angaben 41 Ausländer und zahlreiche Algerier am Mittwochmorgen in ihre Gewalt gebracht. Sie forderten ein Ende der französischen Militärintervention im benachbarten Mali. Rund 600 algerische Arbeiter der Förderanlage konnten nach einer Meldung der staatlichen Agentur APS von dort fliehen.

Mit dem Überfall in Algerien wurde die Befürchtung Realität, dass die Militäraktion in Mali zu Vergeltungsmaßnahmen von Islamisten in anderen Teilen der Welt führen wird. Frankreichs Botschafter in Mali, Christian Rouyer, sah in der Geiselnahme eine Rechtfertigung für die Mali-Intervention. "Wir haben hier den unmittelbaren Beweis, dass das Problem weit über den Norden Malis hinausgeht", sagte er im Rundfunk. Die Dimension des Problems sei national und international.

Terroristen fordern Ende des Militäreinsatzes in Mali

Die Geiselnehmer, eine Gruppe, die sich "Bataillon des Blutes" nennt, forderten die Beendigung des französischen Militäreinsatzes in Mali. Ihre Aktion richte sich auch gegen die algerische Regierung, die den französischen Kampfflugzeugen Überflugrechte gewährt habe, erklärte die Gruppe. Algerien lehnte Verhandlungen mit den Islamisten ab.

Anführer der Geiselnehmer ist nach algerischen Angaben Mochtar Belmochtar, ein islamistischer Untergrundkämpfer, der schon gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan gekämpft hatte. Er soll kürzlich eine eigene Gruppe in der Sahara gebildet habe, nachdem er sich mit anderen lokalen Anführern der Al-Kaida überworfen hatte.

Die Geiselnehmer erlaubten am Morgen offenbar einigen der Gefangenen Kontakte zu Medien, um die algerische Regierung davon abzuhalten, die besetzte Förderanlage zu stürmen. Einige der Geiseln müssten Sprengstoffgürtel tragen, sagte einer der Festgehaltenen. Die Entführer seien schwer bewaffnet und drohten damit, die Einrichtungen an dem Gasfeld in die Luft zu sprengen, wenn das algerische Militär einen Befreiungsversuch starte, sagte eine der Geiseln dem Sender France 24.

Zwei von ihnen, ein Brite und ein Ire, riefen im Fernsehsender Al-Dschasira die algerischen Streitkräfte auf, sich zurückzuziehen, um Opfer zu vermeiden. "Wir werden von den Kidnappern gut behandelt", sagte der Brite. Man versuche sie zu überzeugen, dass Verhandlungen die beste Lösung seien, um Opfer zu vermeiden.

krk/reuters

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