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18.01.2013
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Die Wirtschaftsglosse
Narren an die Macht

Von Christoph Rottwilm

US-Waffenlobbyist LaPierre: Jedem Kind eine "Walther" in den Ranzen?
AFP

US-Waffenlobbyist LaPierre: Jedem Kind eine "Walther" in den Ranzen?

Wenn Amerikaner auf freien Waffenbesitz bestehen, schütteln kluge Menschen natürlich den Kopf. Dabei ist Schwachsinn doch ein grenzenloses Phänomen. Und am Ende des Tages fragt man sich eigentlich nur noch: Sind wir nicht alle ein bisschen Chuck Norris.

"The only thing that stops a bad guy with a gun is a good guy with a gun." Dieser beachtliche Satz stammt bekanntlich nicht etwa von Wyatt Earp, sondern von Wayne LaPierre, seines Zeichens Executive Vice President der amerikanischen Waffenlobby NRA. Am morgigen Samstag hat die NRA zum nationalen "Gun Appreciation Day", zum "Tag der Waffennarren" also, aufgerufen. Landesweit soll dann gegen schärfere Waffengesetze protestiert werden.

Nicht weniger Waffen erhöhen also die Sicherheit, sondern mehr - sagt die Waffenindustrie. Sie würde deshalb gerne Wachleute in Schulen postieren, mit Pistolen oder Gewehren, versteht sich. Oder gleich die Lehrer selbst aufrüsten.

Merkwürdig eigentlich, dass die NRA noch nicht vorgeschlagen hat, Schießunterricht auf den Lehrplan zu setzen. Oder jedem Kind sicherheitshalber eine "Walther" in den Ranzen zu stecken.

Christoph Rottwilm
manager-magazin.de

Christoph Rottwilm

Aber Achtung, auch die Waffenlobbyisten haben hehre Motive. Vor allem wollen sie natürlich Geld verdienen beteuern sie genau wie ihre Gegner stets ihre Sorge um die Sicherheit der Amerikaner. Und sie befürchten eine Art staatsrechtlichen Supergau: Präsident Obama könnte den zweiten Zusatzartikel der US-Verfassung verletzen. Der Paragraf verbietet es der Regierung, das Recht auf Besitz und Tragen von Waffen einzuschränken. Vielen US-Bürgern ist er offenbar heiliger als die zehn Gebote oder der Hotdog zum Football.

Beschlossen wurde der zweite Zusatzartikel übrigens 1791, also beinahe 100 Jahre vor der berühmten Schießerei mit den Revolverhelden Wyatt Earp und Doc Holliday am O. K. Corral in Tombstone, Arizona.

Die weiteren Meldungen:

Wiesbaden/Berlin - Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Krebstoten weiter gestiegen. Rund 230.000 Menschen sterben jährlich an "bösartigen Neubildungen", teilt die Behörde mit. Etwa 20.000 mehr als noch vor zehn Jahren.

Das Bundesgesundheitsministerium reagierte betroffen auf die Zahlen. Man tue bereits alles, um der Tabakindustrie den Verkauf von Zigaretten zu erschweren, so das Ministerium. Leider verbiete es der zweite Zusatzartikel zum Grundgesetz jedoch der Regierung, das Recht der Bürger auf den Besitz und Konsum von lebensgefährlichen Giftstoffen einzuschränken.

Berlin - Nach einem schweren Unfall auf der A2 bei Hannover ist in Deutschland die Diskussion über ein mögliches Tempolimit auf Autobahnen neu entbrannt. Der ADAC spricht sich jedoch gegen eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung aus und verweist auf Zahlen, die zeigen, dass Autobahnen die sichersten Straßen in Deutschland seien. Ein Tempolimit könne dazu führen, dass Autofahrer auf die gefährlicheren Landstraßen ausweichen, so der Club.

Unterstützt wird der ADAC vom VDA. Der Verband der Autoindustrie fordert auf Autobahnen eine Mindestgeschwindigkeit von 190 Km/h. Nur so könne verhindert werden, dass zu langsam fahrende Fahrzeuge den Verkehrsfluss behindern und zur Gefahr würden, teilt der VDA mit.

Ins Ausland:

Riad - In Saudi-Arabien hat das Königshaus ein Gesetz erlassen, das es Männern verbietet, in der Öffentlichkeit Krawatten zu tragen. Der in der westlichen Welt weit verbreitete Krawattenzwang für männliche Angestellte etwa in der Dienstleistungs- oder Finanzbranche stößt im arabischen Raum seit langem auf Unverständnis und Ablehnung. Er beschneide das Recht des Mannes auf Selbstbestimmung, heißt es in der Begründung des Verbots. Zudem sei der Krawattenzwang mit dem Streben Saudi-Arabiens nach einer modernen Gesellschaft sowie der Gleichstellung der Geschlechter nicht zu vereinbaren.

Austin - In einem weltweit beachteten TV-Interview hat der ehemalige Radprofi Lance Armstrong die Einnahme von Dopingmitteln zugegeben. Armstrongs Beichte wurde im US-Sender OWN der Moderatorin Oprah Winfrey ausgestrahlt. Außerdem weltexklusiv in der Sendung:

  • Deutscher Ex-Minister offenbart: "Ich habe abgeschrieben."
  • Sensationsfund: Wissenschaftler entdecken Wasser im Ozean
  • Unglaublicher Verdacht: Papst angeblich katholisch

London - In einem Grundsatzurteil hat es der oberste Gerichtshof in Großbritannien der Textilindustrie untersagt, moderne, automatisierte Webanlagen einzusetzen. Experten erwarten nun ein Comeback des klassischen Ein-Mann-Webstuhls, der etwa im Jahr 1791 in England erfunden wurde.

Los Angeles - Chuck Norris will für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien kandidieren. Der Schauspieler gilt als einer der prominentesten Unterstützer der Waffenlobby in den USA. "Soll der Präsident die Waffengesetze ruhig verschärfen", sagte Norris bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur. "Fakt ist: Chuck Norris kann Leute erschießen, ohne dabei eine Waffe zu benutzen."

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