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10.01.2013
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EZB-Chef
Draghi erwartet Erholung zum Jahresende

EZB-Präsident Mario Draghi: "Die Finanzmärkte sind wieder in einer Normalsituation angekommen"
REUTERS

EZB-Präsident Mario Draghi: "Die Finanzmärkte sind wieder in einer Normalsituation angekommen"

Trotz der Entspannung an den Finanzmärkten sieht die Europäische Zentralbank noch keine Trendwende in der Schuldenkrise. Mit einer leichten Erholung der Konjunktur rechnet EZB-Chef Draghi erst zum Jahresende. Den Leitzins belässt die EZB auf Rekordtief.

Frankfurt am Main - Die Konjunktur in Euroraum wird sich nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Laufe des Jahres erholen. Die wirtschaftliche Aufhellung dürfte allerdings moderat ausfallen, sagte EZB-Chef Mario Draghi in Frankfurt.

Draghi verwies auf das größere Zutrauen der Marktteilnehmer in den Währungsraum und die geringere Fragmentierung der Kreditmärkte. Zuletzt waren die Zinsen für Unternehmens- und Verbraucherkredite in vielen Krisenländern etwas von ihren erhöhten Ständen zurückgekommen. Als wichtiger Grund hierfür gilt das Versprechen der EZB, alles für den Erhalt des Euro tun zu wollen, insbesondere in Form ihres Anleihekaufprogramms OMT.

Das grundlegene Konjunkturbild der Notenbank hat sich im Vergleich zur letzten Zinssitzung im Dezember kaum verändert. Dennoch nannte Draghi eine ganze Reihe von Faktoren, die sich in den letzten Monaten gebessert hätten. Er verwies auf geringere Anleiherenditen in Krisenländern ebenso wie auf niedrigere Prämien für entsprechende Kreditausfallversicherungen. Auch sei die Entwicklung an den Aktienmärkten positiv zu werten, und die Marktschwankungen seien geringer geworden. Darüber hinaus verzeichne der Euroraum wieder Kapitalzuflüsse, während die Bankeinlagen in krisengschwächten Ländern wieder stiegen. Außerdem verringerten sich die großen Ungleichgewichte im europäischen Zahlungsverkehrssystem Target2.

EZB belässt Leitzins auf Rekordtief

Bei der erwarteten Preisentwicklung änderte sich ebenfalls wenig. Nachdem die Inflationsraten in den vergangenen Monaten stetig gesunken waren, rechnet die EZB im Jahresverlauf damit, wieder ihr Inflationsziel erfüllen zu können. Derzeit liegt die Teuerungsrate bei 2,2 Prozent. Die EZB strebt eine Rate von knapp zwei Prozent an. Dieses Ziel hat sie seit Ende 2010 nicht mehr erreicht.

Zuvor hatte die EZB beschlossen, die Zinsen im Euro-Raum auf Rekordtief zu belassen. Trotz der Rezession verzichten die Währungshüter damit weiter darauf, das Geld noch billiger zu machen. Der Leitzins verharrt bei 0,75 Prozent. Das entschied der Rat der Notenbank, wie die EZB mitteilte.

Die meisten Volkswirte hatten damit gerechnet, dass die Währungshüter von einer weiteren Zinssenkung absehen werden - obwohl selbst die EZB nach wie vor von großen Risiken für die Wirtschaft im Euro-Raum spricht: Die Staatsschuldenkrise in Europa belastet ebenso weiter wie aufgeschobene Probleme in den USA.

Führende EZB-Vertreter hatten in den vergangenen Wochen jedoch betont, dass nicht das Zinsniveau das Problem sei. Vielmehr kämen die bereits extrem niedrigen Zinsen nicht dort an, wo sie gebraucht würden: Bei den Unternehmen der Realwirtschaft. Eigentlich sollten die weit geöffneten Geldschleusen die Konjunktur stimulieren - gerade in den Krisenstaaten des Währungsraums.

Der positive Effekt einer Zinssenkung auf die Konjunktur dürfte derzeit gerade in den Krisenländern gering sein, erklärte Johannes Mayr von der BayernLB. Schon die letzten Zinssenkungen seien dort nicht oder nur unvollständig von den Banken weitergegeben worden: "Die Kreditzinsen für Unternehmen sind teils sogar weiter gestiegen und werden nach wie vor weniger vom Leitzins als vielmehr von den Finanzierungskosten der Banken bestimmt, die eng mit der Entwicklung am Markt für Staatsanleihen zusammenhängen."

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