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27.12.2012
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Kanalerweiterung
Panama-Flutwelle trifft deutsche Häfen

Von Markus Gärtner

Panama-Kanal auf der Höhe von Colón: In einem Jahr sollen Schiffe mit rund 15.000 Containern passieren können
REUTERS

Panama-Kanal auf der Höhe von Colón: In einem Jahr sollen Schiffe mit rund 15.000 Containern passieren können

In einem Jahr wird die Erweiterung des Panama-Kanals für Megafrachter abgeschlossen. Der Gewinner steht bereits fest: China. Deutsche Häfen wie Hamburg drohen im Kampf um die Superschiffe leer auszugehen.

Vancouver - Mit der Jahreswende rückt der nächste Meilenstein in der Globalisierung näher. Die Erweiterung des 77 Kilometer langen Panama-Kanals wird in einem Jahr abgeschlossen sein. Der künstliche Wasserweg revolutionierte 1914 mit seiner Fertigstellung den globalen Güterhandel. Er verkürzte den 22.000 Kilometer langen Seeweg von New York nach San Francisco auf 9600 Kilometer, weil die lange Umrundung des südamerikanischen Kontinents seitdem entfällt.

Derzeit wird letzte Hand an die dritte Spur des Kanals angelegt und zwei supergroße Schleusen zu Ende gebaut. Dann können sich die Megaschiffe der Post-Panamax-Klasse durch den Kanal schieben. Sie sind doppelt so groß wie bisher und führen mit 15.000 Containern drei Mal so viel Fracht.

Die Folgen für den Welthandel sind weitreichend und machen Hafendirektoren und Frachtmanager bis nach Hamburg ziemlich nervös. Denn die Post-Panamax-Schiffe machen trotz eines Anteils von erst 16 Prozent der Flotte bereits 45 Prozent der Frachtkapazität auf den Weltmeeren aus. Bis 2030 soll ihr Kapazitätsanteil auf 62 Prozent steigen. Der erweiterte Panama-Kanal wird ein großer Treiber dieser Entwicklung sein.

Von den USA bis nach Europa sind jedoch nur wenige Häfen im Zeitplan mit der nötigen Vertiefung von Hafenbecken und Brückenvergrößerungen, um die rasch wachsende Zahl der Ozeanriesen mit ihrer vollen Last aufzunehmen. Während die Nachzügler in diesem Wettlauf gegen die Uhr kämpfen, reiben sich die großen Gewinner bereits die Hände: Asiens, vor allem Chinas Zugang zu den großen Absatzzentren im Osten der USA wird billiger, schneller und leichter.

Kanalerweiterung hilft US-Industrie

Viel von der Fracht aus Fernost - Spielzeuge, Maschinen, PCs und Elektronik - wird bislang an der Westküste der USA in Häfen wie Los Angeles und Long Beach gelöscht. Dann werden die Container auf LKW gehievt oder auf Eisenbahnen verladen und quer durch die USA zu den Kunden gebracht.

Mit den Ozeanriesen, die künftig den erweiterten Panama-Kanal durchqueren können, ist es weitaus billiger, die Güter gleich in Häfen an der Ostküste zwischen Florida und New York zu bringen. Dort freut man sich, denn das zusätzliche Frachtvolumen mit Asien kann zumindest einen Teil der verlorenen Volumina im Handel mit dem rezessionsgeplagten Europa ausgleichen.

Mehr noch: Der leichtere Zugang für billig verschiffte Massenware und Maschinen wird die Rückverlagerung von Industrie nach Amerika - die vom lokalen Energieboom schon angestoßen wird - noch beschleunigen. Der Renaissance des verarbeitenden Gewerbes in den USA wird das helfen. Nicht über Nacht, aber trotzdem spürbar. Bereits sichtbar ist der neue Trend mit Ansiedlungen von Airbus in Mobile, Boeing in Charleston und Caterpillar in Athens, Georgia.

Und China, Indien und anderen Schwellenländern in Fernost wird die Verbreiterung des Panama-Kanals zusätzliche Handelsvorteile bescheren. Denn Rohstoffe und Agrarprodukte aus Südamerika - von Eisenerz und Sojabohnen aus Brasilien bis hin zu Öl aus Venezuela - werden durch den erweiterten Panama-Kanal ebenfalls einfacher, billiger und schneller nach Fernost transportiert werden können. Chinas massiver Energiegunger wird sich noch besser stillen lassen.

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