21.12.2012
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Umweltzone
Ruhrgebiet macht ernst

Umweltzone: Im neuen Jahr kostet es im Ruhrgebiet Geld, mit der falschen oder ohne Plakette zu fahren
dpa

Umweltzone: Im neuen Jahr kostet es im Ruhrgebiet Geld, mit der falschen oder ohne Plakette zu fahren

In der größten Umweltzone Deutschlands geht es bald strenger zu: Vom 1. Januar an dürfen nur noch Autos mit gelber oder grüner Umweltplakette in den Städten des Ruhrgebiets fahren.

Herne - 40 Euro Bußgeld muss ein Autofahrer künftig zahlen, wenn er keine oder nur eine rote Plakette hat und trotzdem durch den Kohlenpott rollt. Im Ruhrgebiet ist Herne der negative Spitzenreiter bei der Feinstaubbelastung. Dort wurde in diesem Jahr schon bis Ende November 67 Mal der Tagesgrenzwert der Europäischen Union überschritten.

Laut EU-Richtlinie soll ein Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht öfter als 35 Mal pro Jahr überschritten werden. Das gelang außer in Herne in sechs weiteren Ruhrgebietsstädte nicht: In Duisburg, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen und Schwerte.

Feinstaubteilchen sind so klein, dass sie ungehindert in die Lunge gelangen und dort Entzündungen, Wucherungen, Asthma, Bronchitis oder Krebs auslösen können. In bestimmten Konzentrationen führen sie auch zum Herzinfarkt.

Der ADAC bezweifelt allerdings, dass Umweltzonen das richtige Mittel gegen diese Gefahren sind. Gabriele Schön von der Verbraucherschutzabteilung des ADAC in Köln erzählt von einer Rentnerin, die ihr altes Auto nur noch zum Einkaufen benutze und sich jetzt trotzdem ein neues anschaffen müsse. "Wir sind sehr für Umweltschutz, aber es muss im Rahmen der Verhältnismäßigkeit liegen", sagt Schön.

Immer mehr Umweltzonen in Deutschland

Die Regelung schränke die Menschen in ihrer Mobilität ein. Das öffentliche Leben im Ruhrgebiet könne durch die schärfere Umweltzone lahmgelegt werden. Die Innenstädte müssten weiterhin mit den Autos erreichbar bleiben. Das sei auch für das wirtschaftliche Wachstum wichtig. Studien des ADAC hätten außerdem ergeben, dass in Umweltzonen die Feinstaubwerte nicht geringer seien als anderswo.

Dennoch setzen - auch bundesweit - immer mehr Kommunen auf striktere Umweltzonen: Schon in anderen Städten in NRW dürfen sie nur mit grüner oder gelber Plakette befahren werden. Und am 1. Januar kommen - neben dem Ruhrgebiet - Hagen, Köln, Langenfeld, Mönchengladbach und Remscheid hinzu. Am strengsten handhaben Krefeld und Dinslaken die Umweltzonen. Dort dürfen seit einigen Monaten nur noch Autos mit grünen Plaketten durch die Städte fahren.

In Krefeld sollen so auch die hohen Stickstoffdioxid-Werte sinken. "Im Verkehrsbereich gibt es nur wenige Möglichkeiten, und die ergreifen wir auch", sagt Helmut Döpcke vom Fachbereich Umwelt der Stadt. Beschwerden von Bürgern gebe es kaum. Denn 90 Prozent der zugelassenen Autos in Krefeld hätten ohnehin eine grüne Plakette. Ob die Umweltzone die Stickstoffdioxid-Werte tatsächlich senke, könne man aber erst nach einem Jahr sagen.

cr/dpa

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