Freitag, 28. August 2015

OECD-Studie Lohngefälle zwischen Männern und Frauen

Ungleiches Bild: Frauen kommen bei der Bezahlung weiterhin schlechter weg als Männer

Ergebnis einer breit angelegten Studie der OECD: Frauen in Deutschland sind im Schnitt besser ausgebildet als Männer, verdienen aber deutlich weniger. Vor allem das Teilzeitsystem macht den weiblichen Arbeitskräften demnach zu schaffen.

Hamburg - Zu diesem Ergebnis kommt der erste Bericht der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) zum Thema Gleichstellung, der am Montag veröffentlicht wurde. Den Angaben zufolge besitzen 27 Prozent der Frauen zwischen 25 und 34 Jahren einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss oder einen Meisterbrief. Nur 25 Prozent der Männer haben einen ähnlichen Abschluss - vor zwanzig Jahren lagen sie noch vor den Frauen.

Das Potenzial der gut ausgebildeten Frauen werde auf dem Arbeitsmarkt allerdings nicht ausreichend ausgeschöpft, hieß es weiter. Ein Grund dafür ist der Studie zufolge die verstärkte Teilzeitarbeit von Frauen als Strategie, um für eine Zeit Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen.

Viele Frauen kämen aber aus dem System der Teilzeit nicht mehr heraus, hieß es weiter. Das habe negative Folgen für ihren beruflichen Aufstieg. Frauen seien in leitenden Positionen und vor allem in Vorständen und Aufsichtsräten von Unternehmen immer noch unterrepräsentiert. Ihr Einkommen liegt im Schnitt entsprechend deutlich unter dem der Männer, sie verdienen 22 Prozent weniger. Damit liegt Deutschland im Vergleich auf dem drittletzten Platz der 34 OECD-Staaten.

cr/dpa

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