13.12.2012
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US-Modemarke
Hollister-Mitarbeiter klagen über Leibesvisitationen und kalte Füße

Von Simon Hage

Körperkult: Hollister will kalifornisches Lebensgefühl wecken - doch laute Musik, Flip-Flop-Zwang und Kameraüberwachung in den Läden irritieren viele Mitarbeiter
AP

Körperkult: Hollister will kalifornisches Lebensgefühl wecken - doch laute Musik, Flip-Flop-Zwang und Kameraüberwachung in den Läden irritieren viele Mitarbeiter

Mitarbeiter des US-Modelabels Hollister haben erstmals einen Betriebsrat in Deutschland gegründet. Beschäftigte klagen nicht nur über Kameraüberwachung und Leibesvisitationen: Auch die Pflicht, ganzjährig Flip-Flops zu tragen, sorgt für Ärger und kalte Füße.

Hamburg - Mitarbeiter von Hollister haben im November erstmals einen Betriebsrat in Deutschland gegründet. Wie das manager magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet (Erscheinungstermin: 14. Dezember), vertritt das Gremium die Beschäftigten am Standort Frankfurt. Die Arbeitnehmervertreter wollen die Bedingungen für die Beschäftigten verbessern und hoffen, dass ihr Beispiel bundesweit Schule macht.

Viele Mitarbeiter klagen über Dunkelheit, laute Musikbeschallung und kalte Füße: Hollister-Verkäufer müssen in den Läden ganzjährig Flip-Flops tragen. Für zusätzlichen Ärger sorgen Leibesvisitationen und Taschenkontrollen. Am Ende der Schichten werden Beschäftigte offenbar systematisch nach eventuellem Diebesgut durchsucht.

Auch die Kameraüberwachung in Läden und Lagern verstört viele betroffene Mitarbeiter. Der Hollister-Mutterkonzern Abercrombie & Fitch äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

3500 Mitarbeiter in Deutschland

Derzeit beschäftigt Hollister hierzulande ungefähr 3500 Mitarbeiter, überwiegend studentische Teilzeitkräfte. Seit dem Markteintritt vor drei Jahren steigerte Abercrombie-Chef Michael Jeffries (68) die Zahl der Hollister-Stores in Deutschland auf 17.

Sechs ehemalige Hollister-Mitarbeiter sind zuletzt bereits juristisch gegen das Unternehmen vorgegangen. Ihren Angaben zufolge wurden sie mit Kameras observiert und nach der Arbeit regelmäßig kontrolliert. Sogar ihre Hosenbeine hätten sie hochschieben müssen.

Der Konzern hielt das Vorgehen für rechtens: Schließlich würden die meisten Diebstähle nicht von Kunden begangen, sondern von den eigenen Leuten. Dennoch stimmte Abercrombie einem Vergleich zu und zahlte den Klägern jeweils 3000 Euro.

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