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11.12.2012
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Millionenvergleich
Strauss-Kahn schließt ein düsteres Kapitel

Dominique Strauss-Kahn: Die Probleme in Amerika hinter sich gelassen
AP

Dominique Strauss-Kahn: Die Probleme in Amerika hinter sich gelassen

Dominique Strauss-Kahn hat das Gerichtsverfahren um eine vermeintliche Vergewaltung außergerichtlich beendet. Kolportiert wird die Zahlung von rund 4,6 Millionen Euro an die Klägerin, ein Zimmermädchen des Manhattener Sofitel-Hotels.

New York - Die Summe, mit der sich Dominique Strauss-Kahn seiner juristischen Nöte in den USA entledigt, bleibt unter Verschluss. Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) einigte sich am Montag auf einen vertraulichen Vergleich mit dem New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo, das dem einstigen Star der französischen Sozialisten Vergewaltigung vorwirft. In seiner Heimat hat der 63-Jährige seine rechtlichen Probleme wegen einer Sex-Affäre aber noch nicht ausgestanden.

Zehn Minuten dauerte die Anhörung vor einem Gericht im New Yorker Stadtteil Bronx. Über die Einzelheiten der finanziellen Einigung schwieg Richter Douglas McKeon. Als Ende November erste Informationen über einen möglichen Vergleich in den Medien durchsickerten, schrieb die französische Zeitung "Le Monde" von einer Zahlung in Höhe von sechs Millionen Dollar (4,6 Millionen Euro). Dabei berief sie sich auf Vertraute von Strauss-Kahn.

Der Bericht sei "frei erfunden", hieß es damals prompt aus Strauss-Kahns Anwaltsteam. Experten halten eine derartige Summe aber für plausibel, denn in den USA enden Zivilverfahren immer wieder mit millionenschweren Vergleichen. Beide Seiten ersparen sich so einen langwierigen Prozess.

Tatort zwölf Kilometer vom Gerichtssaal entfernt

Gut zwölf Kilometer südlich vom Gericht in der Bronx liegt die Hotelsuite, in der der tiefe Fall des international geachteten Finanzfachmanns Strauss-Kahn begann. Diallo betrat am 14. Mai 2011 zur Mittagsstunde Strauss-Kahns Zimmer im Sofitel-Hotel im Herzen von Manhattan - was dann geschah, ist noch immer unklar. Das Zimmermädchen wirft Strauss-Kahn vor, sich nackt auf sie gestürzt und sie zum Oralsex gezwungen zu haben. Auch habe er gewaltsam versucht, Geschlechtsverkehr mit ihr zu haben. Der Franzose erklärte dagegen, er habe mit der aus Guinea stammenden Frau einvernehmlichen Sex gehabt.

Strauss-Kahn wurde wenige Stunden später am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen, verbrachte zunächst einige Nächte auf der berüchtigten Gefängnisinsel Rikers Island und wurde dann unter Hausarrest gestellt. Seinen Spitzenposten beim IWF musste er niederlegen, seine Hoffnungen auf eine Kandidatur bei den französischen Präsidentschaftswahlen begraben. Dann kam die überraschende Wende: Die Ermittler stellten das Strafverfahren im August 2011 ein, weil sich Diallo durch wiederholte Lügen unglaubwürdig gemacht hatte.

An der Zivilklage hielt das Zimmermädchen aber fest, Strauss-Kahn verlangte in einer Gegenklage derweil Schadenersatz wegen Verleumdung. Anfang Mai machte Richter McKeon den Weg frei für einen Zivilprozess, bemühte sich aber zugleich um eine außergerichtliche Lösung. Ende November hätten schließlich ernsthafte Verhandlungen zwischen beiden Seiten begonnen, sagte er.

Weiter juristischer Ärger in Frankreich

In Frankreich laufen aber noch Ermittlungen gegen Strauss-Kahn wegen bandenmäßig organisierter Zuhälterei. Der Franzose hatte an Sex-Partys unter anderem in Paris und Washington teilgenommen. Der 63-Jährige beteuert, er habe nicht gewusst, dass die Frauen Prostituierte waren. Kommenden Mittwoch soll ein Gericht im nordfranzösischen Douai über die Forderung von Strauss-Kahns Verteider entscheiden, das Verfahren einzustellen.

Nach Einschätzung des Fraktionschefs der Sozialisten in der französischen Nationalversammlung, Bruno Le Roux, wird der ehemalige IWF-Chef nicht in die Politik zurückkehren. "Ich glaube, dass er sich neue Ziele setzen wird", sagte Le Roux am Dienstag dem französischen Sender RTL. Strauss-Kahn war zuvor Finanzminister in Frankreich. Bis zum Skandal um die angebliche Vergewaltigung des Zimmermädchens Nafissatou Diallo in New York galt er als aussichtsreicher Spitzenkandidat der Sozialisten für den Präsidentschaftswahlkampf im Frühjahr. "Ich wünsche ihm ein Leben, in dem er sich verwirklichen kann", sagte Le Roux.

krk/afp

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