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05.12.2012
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Migranten
Auf ins gelobte Land

Von Martin Hintze

Streikende Ärzte in Malaga: Tausende Spanier suchen in Deutschland neue Jobs
AFP

Streikende Ärzte in Malaga: Tausende Spanier suchen in Deutschland neue Jobs

Wie kaum eine andere Nation zieht Deutschland hochqualifizierte Einwanderer an - vor allem aus dem krisengeplagten Südeuropa. Immer mehr finden einen neuen Job, die Integration macht Fortschritte. Doch viele Firmen verschenken das Potenzial der neuen Fachkräfte.

Hamburg - Die Sonne Spaniens lockt viele Besucher ins Land. Bei den Deutschen ist es nach wie vor das Auslandsreiseziel Nummer eins. Nur: Länger bleiben möchte kaum jemand. Spanien ächzt unter der Schuldenkrise, der Arbeitsmarkt liegt am Boden.

Rund fünf Millionen Menschen haben keinen Job, meldete das Arbeitsministerium in Madrid am Dienstag. Es war der schlechteste November seit mehr als einem Jahrzehnt. Nach vier negativen Monaten in Folge steht jeder vierte Spanier auf der Straße.

Besonders hart trifft die Krise die Jugendlichen. Knapp 56 Prozent der unter 25-Jährigen ist arbeitslos. Ein trauriger Rekord für die viertgrößte Volkswirtschaft Europas.

Das war nicht immer so: Noch in den 1990er Jahren lockten der wirtschaftliche Aufschwung und der Boom am Immobilienmarkt viele Ausländer auf die Iberische Halbinsel. Für ein Jahrzehnt galt Spanien als das wichtigste Zuwanderungsland Europas.

Doch die goldenen Zeiten sind vorbei. Mit der Wirtschaftskrise verließen erst die einstigen Einwanderer das Land. Jetzt sind es immer mehr Einheimische, die ihrer Heimat den Rücken kehren, weil sie dort keine Perspektive mehr sehen. Portugiesen und Griechen geht es ähnlich.

Deutschland ist Krisengewinner - und Lieblingsziel der Migranten

Das Lieblings-Reiseziel der Krisen-Flüchtlinge: Deutschland. Von Januar bis Ende Juni zogen eine halbe Million Menschen in die Bundesrepublik - ein Plus von 15 Prozent binnen Jahresfrist. "Deutschland hat eine Ausnahmestellung in Europa inne" sagt Thomas Liebig, Migrationsexperte in der Pariser Zentrale der der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Kein anderes Land zieht so viele Immigranten aus den Krisenländern wie Griechenland oder Spanien an wie die Bundesrepublik. Weltweit liegt Deutschland unter den Industrienationen hinter den USA sogar auf Platz zwei, zeigt eine Studie der OECD, die erstmals das Thema Migration länderübergreifend untersucht hat.

Die meisten Migranten stammen zwar nach wie vor aus dem Nachbarstaat Polen, die größte Zuwächse kamen indes aus Griechenland (plus 78 Prozent), Spanien und Portugal (beide plus 53 Prozent). Noch liegt die absolute Zahl der Zuwanderer aus den Krisenländern relativ niedrig. "Bis Jahresende wird die Nettozuwanderung aus Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Italien auf 60.000 bis 65.000 Menschen steigen", sagt Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das wäre eine Zunahme um 50 Prozent.

Deutschland ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein Gewinner der Krise. Es kommen nicht nur mehr Arbeitskräfte ins Land, auch das Bildungsniveau der Migranten hat sich deutlich verbessert. Laut OECD haben heute 12 Prozent mehr Neuzuwanderer einen Hochschulabschluss als noch vor zehn Jahren. Der Durchschnitt der OECD-Länder liegt deutlich darunter. Getrieben wird diese Entwicklung maßgeblich von den Menschen aus den Krisenstaaten. "Über 60 Prozent der Einwanderer aus Südeuropa haben einen Hochschulabschluss", sagt IAB-Experte Brücker.

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