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03.12.2012
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Anleihenrückkauf
Kursauftrieb lässt Griechen hoffen

Versuchter Befreiungsschlag: Athen bietet bis zu 40,1 Prozent für Anleihen
AFP

Versuchter Befreiungsschlag: Athen bietet bis zu 40,1 Prozent für Anleihen

Die angekündigten Rückkaufbedingungen für griechische Staatsanleihen stoßen bei den Investoren auf positive Resonanz: Die Kurse für zehnjährige Anleihen erklimmen ein 14-Monats-Hoch. Auch an der Athener Börse klettern die Kurse. Aber noch ist die Kuh nicht vom Eis.

Athen - Investoren haben den wichtigen Schuldenrückkauf Griechenlands positiv aufgenommen und den Anleihen des Landes am Montag kräftigen Auftrieb gegeben. Der Kurs der zehnjährigen griechischen Bonds schoss nach Veröffentlichung der Einzelheiten am Morgen um 4,31 Punkte auf ein 14-Monats-Hoch von 39,495 Zählern. Im Gegenzug sank die Rendite um fast zwei volle Punkte auf bis zu 14,56 Prozent.

Auch am Aktienmarkt waren die Reaktionen positiv: Der Leitindex der Athener Börse stieg um bis zu 2 Prozent. Der Index für die griechische Bankenbranche stieg in der Spitze sogar um 5,6 Prozent. Die Geldhäuser gehören zu den größten Gläubigern des griechischen Staates.

Über den Erwartungen

Griechenland bietet seinen Gläubigern je nach Laufzeit zwischen 30,2 und 38,1 Prozent des Nennwertes der jeweiligen Staatsanleihen. Die Höchstgebote liegen zwischen 32,2 und 40,1 Prozent, wie die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Montag in Athen mitteilte. Das liegt deutlich über den Erwartungen. Börsianer hatten lediglich mit einer Offerte zwischen 20 und 30 Prozent des Nennwertes gerechnet.

Das Angebot an die privaten Gläubiger läuft bis zum 7. Dezember. Als Verfahren wurde eine so genannte modifizierte holländische Auktion gewählt. Dabei müssen Investoren ihre Preisvorstellung offenlegen, bevor das Kaufangebot unterbreitet wird. Den Zuschlag erhalten die Gläubiger, die sich mit dem wenigsten Geld zufrieden geben.

Offenbar versuche Griechenland alles, um den Schuldenrückkauf zu einem Erfolg zu machen, sagte Anlage-Stratege Ricardo Barbieri von der Mizuho Bank. Schließlich gibt es massive Befürchtungen, dass ausländische Privatanleger wie Hedgefonds in Erwartung höherer Gewinne das Angebot nicht annehmen werden. Finanzminister Stournaras hatte für diesen Fall in der vergangenen Woche über einen "Plan B" gespochen, dessen Details er aber nicht bekanntgab.

Griechenland will mit dem Kauf eigener Staatsanleihen vom Preisverfall der Papiere auf dem Markt profitieren und seine Schulden unter dem Strich um 20 Milliarden Euro senken. Das Programm ist eine Vorbedingung für die Freigabe weiterer Hilfskredite.

Wirtschaftliche Talfahrt geht weiter

Unterdessen geht die Talfahrt der griechischen Wirtschaft ungebremst weiter. Wegen der harten Sparmaßnahmen und geringen Investitionen rechnet die griechische Notenbank mit einem weiteren Schrumpfen der Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr zwischen 4 und 4,5 Prozent. Seit Ausbruch der Krise sei das Bruttoinlandprodukt um gut 20 Prozent gefallen. Die Lage sei ähnlich dramatisch wie nach der großen Rezession im Zuge der Weltwitschaftskrise 1929, heißt es in einem Bericht der Notenbank, der dem griechischen Parlament vorgelegt wurde.

Es ist bereits das fünfte Rezessionsjahr. Die Arbeitslosigkeit übertrifft die 25 Prozent. Für Griechenland müsse es dringend einen nationalen Plan für Wachstum geben, fordert die Notenbank. Positive Entwicklung: Wegen der harten Sparmaßnahmen und Kürzungen habe die griechische Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit größtenteils wieder gewonnen. Die Eckpunkte des Berichtes wurden am Montag in der griechischen Presse veröffentlicht.

mihec/rtr/dpa

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