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30.11.2012
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Friedensnobelpreisträger
Erzbischof Tutu lehnt Ehrung der EU ab

Erzbischof Desmond Tutu: "Die EU ist nicht der Friedensbereiter, den Nobel im Sinn hatte"
DPA

Erzbischof Desmond Tutu: "Die EU ist nicht der Friedensbereiter, den Nobel im Sinn hatte"

Friedensnobelpreisträger wollen die Europäische Union nicht in ihre Reihen aufnehmen. In einem Offenen Brief wenden sich der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu und weitere Friedensaktivisten gegen die bevorstehende Preisvergabe.

Oslo - Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hält die Zuerkennung des Nobelpreises an die EU für eine Verfälschung des Stifterwillens. Eineinhalb Wochen vor der feierlichen Preisverleihung in Oslo unterzeichnete der 81-jährige Erzbischof zusammen mit den Friedensnobelpreisträgern Mairead Corrigan Maguire aus Nordirland und Adolfo Pérez Esquivel aus Argentinien einen Protestbrief an die schwedische Nobelstiftung.

Darin fordern sie die Stiftung auf, der EU die Dotierung von acht Millionen Kronen (924.500 Euro) zu verweigern, weil sie "eindeutig" nicht die vom Preisstifter Alfred Nobel in seinem Testament 1896 bestimmten Kriterien erfülle.

"Die Europäische Union ist nicht der 'Friedensbereiter', den Alfred Nobel im Sinn hatte, als er sein Testament schrieb", heißt es in dem Brief. Maguire wurde 1977 gemeinsam mit Betty Williams als Gründerinnen der "Peace People" ausgezeichnet, Pérez Esquivel 1980 für seinen gewaltlosen Widerstand gegen die damals noch herrschende argentinische Militärdiktatur, Tutu 1984 als "Führungsfigur im Kampf, um das Apartheid-Problem in Südafrika zu lösen".

Weiter hieß es: "Die EU strebt nicht nach der Verwirklichung von Nobels globaler Friedensordnung ohne Militär. Die EU und ihre Mitgliedsländer gründen kollektive Sicherheit weit mehr auf militärischen Zwang und die Durchführung von Kriegen als auf die Notwendigkeit eines alternativen Herangehens." Auch das bereits 1910 ausgezeichnete Internationale Friedensbüro betrachtet die Preisvergabe an die EU als illegal.

Der Chef des Nobel-Instituts, Geir Lundestad, sagte zur Kritik der Preisträger: "Wir haben den Geist des Testamentes eindeutig erfüllt. Es ist aber unstrittig, dass man nicht alle von Nobel gestellten Bedingungen in einem Jahr vollständig erfüllen muss."

Die Europäische Union wird in diesem Jahr "für mehr als sechs Jahrzehnte Beitrag zum Fortschritt von Frieden und Verständigung, Demokratie und Menschenrechte in Europa" ausgezeichnet. Die Union will den Preis mit Vertretern aus allen 27 Mitgliedstaaten und dem Beitrittskandidaten Kroatien entgegennehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande haben ihre Teilnahme zugesagt, während der britische Premier David Cameron der Zeremonie fernbleiben will. Das Preisgeld soll für Projekte zur Hilfe von Kindern, die unter Kriegen leiden, ausgegeben werden.

ak/dpa

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