Frankreichmanager magazin RSS  - Frankreich

Alle Artikel und Hintergründe


27.11.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Stahlunternehmer
Mittal in Frankreich "nicht willkommen"

Stahlmagnat Lakshmi Mittal: "Schockiert" über Äußerungen der Pariser Regierung
Getty Images

Stahlmagnat Lakshmi Mittal: "Schockiert" über Äußerungen der Pariser Regierung

Die französische Regierung geht auf Konfrontationskurs zu einem der größten Arbeitgeber im Land. Industrieminister Arnaud Montebourg attackiert vor einem wichtigen Treffen den Chef des weltgrößten Stahlkonzerns ArcelorMittal - Verstaatlichung nicht ausgeschlossen.

Paris - Der französische Industrieminister Arnaud Montebourg hat vor einem für diesen Dienstag erwarteten Spitzentreffen zwischen Regierung und ArcelorMittal mit einer Bemerkung für Unmut gesorgt. Der Zeitung "Les Echos" sagte er: "Wir wollen Mittal nicht mehr in Frankreich haben, weil sie Frankreich nicht respektiert haben." Der Unternehmensleiter habe "beschämende Lügen" über seine Pläne in Frankreich erzählt und Versprechen gebrochen. Später erklärte Montebourg auf Twitter, der weltgrößte Stahlkonzern könne weiter im Land tätig bleiben.

Mittal hatte 2006 den einheimischen Stahlhersteller Arcelor übernommen. Ein Insider im Umfeld des ArcelorMittal-Chefs Lakshmi Mittal sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Management sei "sehr schockiert" über die Aussage. Er wies darauf hin, dass der Konzern Chart zeigen an mehr als 100 Standorten 20.000 Menschen in Frankreich beschäftigt.

Montebourg, in der Vorwahl der Sozialistischen Partei zur Präsidentschaftskandidatur der linke Rivale von Amtsinhaber François Hollande, wurde nach dem Regierungswechsel im Mai zum "Minister für produktive Wiederaufrichtung" ernannt. Seitdem hat er wiederholt Unternehmen öffentlich angegriffen, wenn sie Stellenabbau oder Werksschließungen verkündeten, und Konzernchefs in sein Büro einbestellt. Montebourg gilt als Kritiker der Globalisierung.

Der Streit zwischen der Regierung in Paris und dem Konzern entzündet sich insbesondere an zwei Hochöfen im lothringischen Florange (Flörchingen), die bis zum 1. Dezember geschlossen werden sollen, sofern die Regierung keinen Käufer findet. Arcelor hatte die beiden Anlagen im Juli und Oktober 2011 wegen mangelnder Nachfrage heruntergefahren. In der vergangenen Woche regte Montebourg an, die Anlage vorübergehend zu verstaatlichen.

Präsident Hollande besuchte das mehrfach bestreikte Werk während des Wahlkampfs. Er steht wegen der Arbeitslosigkeit, die im Oktober mit mehr als 10 Prozent den höchsten Stand seit 13 Jahren zeigte, unter Druck. Die Stahlindustrie leidet unter schwachen Margen wegen hoher Erzpreise und geringer Nachfrage vor allem in Europa. Der Branchenverband spricht von großen Überkapazitäten, ArcelorMittal hat bereits einige Werke in Belgien und Spanien stillgelegt und andere in Kurzarbeit geschickt. Französischen Medien zufolge ist für Dienstag ein Treffen zwischen Hollande und Mittal geplant.

ak/rtr

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?