Griechenlandmanager magazin RSS  - Griechenland

Alle Artikel und Hintergründe


27.11.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Geldgeber einig
Griechenland bekommt neue Milliardenhilfen

Griechenland: Details des neuen Hilfspakets
Fotos
DPA

Aufatmen in Athen: Die internationalen Geldgeber haben sich auf die Auszahlung von knapp 44 Milliarden Euro geeinigt. Mithilfe verschiedener Maßnahmen soll zudem die Schuldenlast gesenkt werden. Der von Berlin strikt abgelehnte Schuldenschnitt wurde nicht beschlossen.

Brüssel/Athen - Die internationalen Geldgeber haben sich grundsätzlich auf die Auszahlung von neuen Hilfen an Griechenland von fast 44 Milliarden Euro verständigt. Davon sollen 34,4 Milliarden Euro noch im laufenden Jahr fließen, um eine drohende Staatspleite abzuwenden. Das ergaben über zwölfstündige Marathonverhandlungen zwischen Euro-Staaten, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), die am frühen Dienstagmorgen endeten. Die Partner zogen damit einen Schlussstrich unter einen wochenlangen Streit, der zeitweilig an ihrer Handlungsfähigkeit zweifeln ließ.

Die Geldgeber verständigten sich auf ein Maßnahmenbündel, um die Schuldenlast Griechenlands auf Dauer zu drücken und das Land wieder auf Kurs zu bringen. Dazu gehören ein Programm zum Rückkauf von Schulden, Zinsstundungen für Hilfskredite vom Rettungsschirm EFSF und längere Darlehenslaufzeite.

"Das ist ein Meilenstein", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. EZB-Chef Mario Draghi resümierte: "Die Vereinbarung wird die Unsicherheit vermindern und das Vertrauen in Europa und Griechenland stärken." Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker meinte: "Das ist eine sehr schwierige Abmachung."

Schäuble: Kein Schuldenschnitt vereinbart

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras zeigte sich in Athen erleichtert über die Einigung. "Alles ist gut gegangen. Wir haben zusammen dafür gekämpft. Morgen bricht für alle Griechen ein neuer Tag an, und morgen werden wir mehr dazu sagen und Ihnen die Details geben." Juncker und andere Teilnehmer erklärten, Griechenland habe geliefert und sich zu Reformen und zum Sparen verpflichtet.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, ein Schuldenschnitt sei nicht vereinbart worden. Deutschland und andere Euro-Staaten lehnen einen solchen Schritt kategorisch ab. "Wir haben jetzt ein Ergebnis, das wir unseren Parlamenten (...) zur Beratung und Zustimmung vorschlagen können", sagte der CDU-Politiker. Er hoffe, dass die parlamentarischen Beratungen in Berlin bis zum Freitag abgeschlossen werden können. "Der vorgesehene Zeitplan ist eng."

Die Euro-Gruppe will laut einer Erklärung am 13. Dezember endgültig über die Auszahlung der Milliardenhilfen entscheiden. Der Restbetrag von 9,3 Milliarden Euro von den insgesamt 43,7 Milliarden Euro soll Anfang kommenden Jahres dreigeteilt fließen, wenn Athen bestimmte Bedingungen erfüllt. Auch der IWF machte Zugeständnisse. Lagarde stimmte zu, Athen bei der Schuldensenkung mehr Zeit zu geben.

Athen bekommt mehr Zeit

Bis zum Jahr 2020 muss der Schuldenberg auf 124 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken, bisher galt der Richtwert von 120 Prozent. "Ich denke, dass man eine Vereinbarung gefunden hat, die mir befriedigend für Griechenland erscheint." Sie werde ihrer Organisation die Auszahlung der auf den IWF entfallenden Hilfen vorschlagen, falls der Schuldenrückkauf abgeschlossen sei. Dem Vernehmen nach soll privaten Anlegern, die noch griechische Staatspapiere halten, ein Angebot gemacht werden.

Die Zinsen für die EFSF-Kredite sollen über 2020 hinaus gestundet werden. "Das bedeutet, dass die Tilgungslasten für Griechenland in den Jahren dann deutlich geringer sind", sagte Schäuble. Rettungsfondschef Klaus Regling bezifferte den Effekt aus der Stundung auf allein 44 Milliarden Euro. Zusätzliches Geld musste gefunden werden, weil die Geldgeber Athen zwei Jahre zusätzlich - also bis 2016 - zum Sparen einräumen.

Auch die Zinsen aus dem ersten Griechenland-Rettungsprogramm sollen um 100 Basispunkte sinken. "Damit ist die KfW knapp, aber gerade noch an den Refinanzierungskosten", meinte Schäuble. Die Staatsbank hat die bilateralen Kredite aus dem ersten Hilfspaket an Athen vergeben. Sie soll durch Zinserleichterungen aber keine Verluste machen, die der Bund ausgleichen müsste. Gewinne, die die EZB in der Euro-Krise macht, sollen über die nationalen Notenbanken nach Athen fließen.

mg/dpa-afx

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Euro-Krisenstaaten
Ratingagenturen werten Spanien und Griechenland auf
Erste Emission seit 2010
Investoren reißen sich um Griechenland-Anleihe
Vor Merkel-Besuch
Autobombe explodiert nahe Athener Zentralbank
Rückkehr an Kapitalmarkt
Athen gibt wieder Staatsanleihen aus

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH





Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarifvergleich:
Finden Sie den passenden Tarif
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Tablet Tarifvergleich:
Surfen Sie günstiger